Die Erkenntnisse nach dem Testspiel E-Mail

Welche Schlüsse kann Ottmar Hitzfeld aus der Partie gegen Uruguay ziehen? Wer hat sich in den Vordergrund gespielt, wer versagt?

Die Aussagekraft von Testspielen

Testpartien im Hinblick auf ein grosses Turnier sind immer eine spezielle Sache. Gewinnt man, sind alle zuversichtlich, die Euphorie steigt, alles ist in bester Ordnung. Wird das Spiel verloren, werden alle Schwächen genaustens analysiert, Panik macht sich breit, und es wird zur Beruhigung aller „nur“ von einem Test gesprochen. Auch nach der Partie gegen Uruguay wurde viel analysiert und kritisiert. Die meisten Erkenntnisse waren jedoch negativ.

Die Debütanten

Die drei Neulinge im Natidress enttäuschten allesamt. Xherdan Shaqiri, der 18-jährige Basler Mittelfeld-Wirbler sorgte kaum für Gefahr. Davide Chiumiento konnte nicht ansatzweise an seine Leistungen der Super League anknüpfen und wird kaum nochmal eine Chance bekommen. Und für Jonathan Rossini kam das Debüt eindeutig zu früh, oft war der junge Innenverteidiger überfordert. Die Chancen, dass auch nur einer der drei im Sommer nach Südafrika fährt, sind gering.

Die Lückenbüsser

Nach den Verletzungen von Benaglio, Frei, Nkufo, Huggel und Senderos musste Hitzfeld seine Mannschaft völlig umstellen, es rückten diverse Ersatzspieler in die Stammelf. Doch die zweite Reihe enttäuschte grösstenteils. Derdiyok, in den letzten Wochen der Bundesliga der Shootingstar, schien seine Form in Leverkusen gelassen zu haben. Ziegler enttäuschte als linker Verteidiger ebenso wie Schwegler im Mittelfeld. Einzig Torwart Wölfli und Stürmer Streller vermochten ihre Chance zu nutzen. Wölfli war wie immer ein solider Rückhalt, Streller engagierte sich mehr als die Bundesliga-Legionäre Bunjaku und Derdiyok.

Das Fazit

Schlussendlich hat Hitzfeld eigentlich nur gesehen, wer bestimmt nicht in den WM-Kader gehört. Fast keiner der Ersatzspieler oder Debütanten konnte einen positiven Eindruck hinterlassen und an einem Stammplatz schnuppern. Streller scheint sich seinen WM-Platz gesichert zu haben, Wölfli ist die unbestrittene Nummer Zwei hinter Benaglio. Nun muss sich die Nati fast drei Monate gedulden, bis eine Wiedergutmachung mit der Stammelf möglich ist. Bis dahin wird das flaue Gefühl im Magen aber bleiben. Und die Sorge darüber, was passiert, wenn die Stammkräfte in Südafrika ausfallen.

 

 

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