| Die Schweizer Rückkehrer – eine Bilanz |
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Im Hinblick auf die WM in Südafrika haben einige Schweizer Nationalspieler ihren Job im Ausland quittiert und sind zurück in die Schweiz gewechselt – mit unterschiedlichem Erfolg. Die Devise von Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld ist klar: Nur Stammspieler haben eine Chance, dem Kader in Südafrika anzugehören. Obwohl der deutsche Erfolgscoach in der Qualifikation notgedrungen auch schon Ausnahmen machen musste – zu erwähnen gilt es zum Beispiel Philippe Senderos – haben sich viele Schweizer Hitzfelds Worte zu Herzen genommen. Fragezeichen um Vonlanthen Johan Vonlanthen war beim österreichischen Spitzenklub Red Bull Salzburg nur noch zweite Wahl, einen Stammplatz konnte sich der bisher jüngste EM-Torschütze in seinen drei Jahren in der Mozart-Stadt nur temporär erkämpfen. Und tatsächlich: Der Wechsel zum FC Zürich erwies sich nach kurzer Angewöhnungszeit als Glücksfall. Vonlanthen reihte Tor an Tor, was auch seinem Ex-Verein nicht verborgen blieb. Schon bald sprach man in Salzburg von einem grossen Fehler, den talentierten Offensivspieler ziehen gelassen zu haben. So stark Vonlanthen in der Hinrunde der Super League spielte, so ungewiss ist seine momentane Situation. Nebst Verletzungen und den Misserfolgen des FCZ kamen Gerüchte hinzu, dass er aufgrund seiner religiösen Einstellung einen Rücktritt vom Profi-Fussball in Erwägung gezogen habe. Dies hat Vonlanthen mittlerweile zwar dementiert, seine Ausgangslage im Hinblick auf Südafrika bleibt prekär. Falls er sich von seiner Verletzung nicht erholt und nicht zu alter Form zurückfindet, wird ihn Ottmar Hitzfeld kaum ins WM-Kader berufen. Für Magnin wird es eng Ebenfalls beim FC Zürich spielt seit der Winterpause Ludovic Magnin, der mangels Perspektiven beim VfB Stuttgart zurück in die Schweiz gewechselt hat. Dabei hat der einstige Vize-Captain der Schweizer Nationalmannschaft noch keine grossen Stricke zerrissen. Erschwerend für ihn hinzu kommt die Form-Baisse des Zürcher Stadtklubs. Ottmar Hitzfeld hat diesbezüglich bereits ein Zeichen gesetzt und den 30-jährigen Romand zuletzt nicht mehr aufgeboten. In der WM-Qualifikation erhielt der zuverlässige Bundesliga-Legionär Christoph Spycher meist den Vorzug gegenüber Magnin. Und zuletzt erhielten im Testspiel gegen Uruguay der FCB-Youngster Xherdan Shaqiri und Reto Ziegler vom italienischen Serie-A-Verein Sampdoria Genua eine Bewährungschance. Diese konnten sie allerdings nur bedingt nutzen, so dass der linke Aussenverteidiger – obwohl von Hitzfeld wohl als Auslaufmodell angesehen – mit guten Leistungen beim FCZ seine WM-Ambitionen noch nicht aufgeben muss. Alex Frei – die unbestrittene Leaderfigur Der prominenteste Rückkehrer in die Super League ist Alex Frei, Captain und Rekordtorschütze der Schweizer Nationalmannschaft in Personalunion. Sein Wechsel vom Bundesligisten Borussia Dortmund zum FC Basel stiess bei der Mehrheit der Schweizer Fussball-Fans auf Unverständnis. Dass ein Leistungsträger eines deutschen Spitzenteams in die Super League zurückkehrt, dürfte ein Novum in der Schweizer Fussball-Geschichte darstellen. Allerdings genoss Frei in seiner letzten Bundesliga-Saison nicht mehr das volle Vertrauen seines Trainers und musste mehrmals auf der Ersatzbank Platz nehmen – was ihn gleichwohl nicht daran hinderte, wiederum zum besten Torschützen seines Vereins zu avancieren. Trotzdem war es das mangelnde Vertrauen der Klubführung, das den Stürmer zu einer Rückkehr ans Rheinknie bewogen hat – anders ist dieser Transfer nur schwer nachzuvollziehen. In die laufende Super-League-Saison startete Frei alles andere als optimal, konnte die hohen Erwartung zu Beginn nur selten erfüllen. Doch Frei wäre nicht Frei, wenn er nicht akribisch an sich gearbeitet hätte – mit dem Ziel, zu alter Topform und Torgefährlichkeit zurückzufinden. Und tatsächlich: Im Laufe der Saison steigerte sich der Goalgetter und bildete zusammen mit Marco Streller ein brandgefährliches Sturmduo. Die Rückkehr in die Super League hat ihm zumindest nicht geschadet. Ein gebrochener Oberarm warf ihn kürzlich wieder zurück. Trotzdem: An der WM in Südafrika dürfte Frei wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein und im Team von Ottmar Hitzfeld trotz vielen formstarken Angreifer einen Stammplatz auf sicher haben. Yakin muss noch zittern Um seine Teilnahme an der WM-Endrunde nicht zu gefährden, war Hakan Yakin auf einen Wechsel in Schweiz angewiesen. In Katar verdiente er zwar viel Geld, wurde allerdings nach einer gewissen Zeit nicht mehr eingesetzt. Auch lässt das Niveau der katarischen Liga nur bedingt Rückschlüsse auf den Formstand eines Spielers zu. Ottmar Hitzfeld hatte Yakin klar gemacht, dass er regelmässig spielen und an seiner Fitness arbeiten muss. Nachdem der Mittelfeldregisseur lange Zeit mit Neuchâtel Xamax in Verbindung gebracht worden war, wechselte er schliesslich zum FC Luzern. In der Innerschweiz geniesst er das volle Vertrauen von Trainer Rolf Fringer, was er diesem auch mit guten Leistungen in der Meisterschaft dankt. Den Nationalcoach hat er indes noch nicht vollends überzeugt. Seine Fitnesswerte bleiben ein Problem. Und obwohl er in der WM-Qualifikation als Edeljoker oft noch die Wende eingeleitet hatte, wurde er von Hitzfeld zuletzt nicht für das Testspiel gegen Uruguay berücksichtigt. Stattdessen erhielt ausgerechnet sein Klubkollege Davide Chiumiento ein Aufgebot, der von der Spielanlage her mit Yakin durchaus vergleichbar ist. Als Stammspieler wird der offensive Mittelfeldakteur bestimmt nicht nach Südafrika reisen. Doch seine Kreativität und Stärke bei Standards könnten doch den Ausschlag zugunsten Yakins geben. Über die Joker-Rolle dürfte er indes nicht hinauskommen.
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