Der Star ist die Mannschaft |
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Berti Vogts Phrase «Der Star ist die Mannschaft» erhält an dieser EM durch die deutsche Elf eine neue Bedeutung. Die Breite machts, wie Jogi Löws Team eindrücklich beweist. Von der Phrase zum Erfolg Würde man bei Jörg Wontorras «Doppelpass»-Runde Vogts Lebensweisheit als Erklärung für den deutschen Erfolg nehmen, müsste man wohl oder übel in die eigene Tasche greifen und zwei Euro ins Phrasenschwein einzahlen. Auch Daniel Jeandupeux hatte vor kurzem im «Tages-Anzeiger» sein Missfallen über die Aussage des ehemaligen deutschen Nationaltrainers kundgetan. Und tatsächlich, in Zeiten von Lionel Messi und Wayne Rooney scheint der Star nicht mehr unbedingt die Mannschaft zu sein. Spieler wie Andrea Pirlo oder Christiano Ronaldo haben ihre Teams als kreative Leaderfiguren ins Halbfinale geführt. Doch wer ist der Star in der deutschen Mannschaft? Mesut Özil? Nein. Bastian Schweinsteiger? Auch nicht. Chefsuche Krampfhaft suchen die Medien nach jedem Spiel die neue Leitfigur des deutschen Spiels. Nach dem Eröffnungsspiel wurde Mats Hummels zum Chef ernannt und das ehemalige Sorgenkind, die Abwehr, zum starken Rückgrat von Löws Team. Im letzten Gruppenspiel schlug dann die Stunde des Jubilars Lukas Podolski und des überraschend in der Startelf stehenden Lars Bender. Das Viertelfinal stand schliesslich im Zeichen von Sami Khedira, welcher vom «kicker» zum neuen Boss der Nationalmannschaft erkoren wurde. Nur 180 Minuten nachdem Bastian Schweinsteiger mit zwei wunderbaren Assists gegen Holland scheinbar wieder zu seiner Leaderrolle von der WM 2010 zurückkehrte. Der König ist tot, es lebe der König. Nicht zu vergessen Mario Gomez, welcher mit seinen drei Toren in den ersten zwei Spielen zur scheinbar unverzichtbaren Sturmspitze wurde, nur um im Viertelfinal meisterlich von Miroslav Klose ersetzt zu werden. Deutschland hat keinen Chef, keine Leaderfigur. Und dies ist keineswegs ein Nachteil. Die Breite machts Anstatt reihenweise neue Leaderfiguren zu kreieren, sollten die deutschen Medien endlich die Mannschaft als Ganzes in den Mittelpunkt rücken. Jogi Löw kann aus einem breiten Kader seine Startelf aufstellen, und nutzt dies meisterlich. Im Viertelfinal stellte er das Team mit den Wechseln von Marco Reus und André Schürrle perfekt auf die defensive Ausrichtung der Griechen ein. Das Spiel der Deutschen läuft nicht über eine zentrale Figur. Von der Abwehr, über das Mittelfeld zum Sturm, jeder Mannschaftsteil kann Spiele entscheiden, und hat es bereits. Wer wird zum allfälligen Halbfinalheld? Thomas Müller mit seiner Kaltschnäuzigkeit oder Manuel Neuer, welcher sich von Andrea Pirlo nicht übertölpeln lässt? Wenn Berti Vogts Fussballweisheit über die deutschen Landesgrenzen Gültigkeit besitzt, muss es das Final Deutschland gegen Spanien geben. Auch bei den Iberern macht es eher die Breite als der Einzelspieler. Eventuell wird sich erst in diesem Spiel der wahre Held dieser EM offenbaren. |
TV-Moderatorin Steffi Buchli im Interview mit kurzpass.ch über den Sondereffort, den sie als Frau im Sportjournalismus leisten muss, den Konkurrenzkampf im SRF-Team und warum sie eigentlich gar nicht auffallen will.
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