Zwei aufstrebende Talente |
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Ab heute portraitiert kurzpass.ch jeden Tag zwei Spieler, die sich am Abend in der ersten EM-Partie ihrer Mannschaft gegenüberstehen werden. Wir starten mit Wojciech Szczęsny und Sokratis Papastathopoulos. Der Abgeklärte Noch nicht sehr lange kennt man den 22-jährigen Wojciech Szczęsny auf der internationalen Fussballbühne. Und trotzdem hat es der polnische Keeper geschafft, sich im Vorfeld der Europameisterschaft einen Stammplatz zwischen den Pfosten des Gastgeberlandes zu sichern - er setzte sich dabei gegen namhafte Konkurrenten wie Łukasz Fabiański, Artur Boruc und Przemysław Tytoń durch. Zur unumstrittenen Nummer eins der polnischen Landesauswahl hat er sich vor allem durch seinen steilen Aufstieg beim FC Arsenal gemausert. Im Alter von 16 Jahren trat Szczęsny in die Jugendakademie der Londoner ein, und nachdem er aus der A-Jugend kam, wurde er sechs Monate an den unterklassigen FC Brentford ausgeliehen. Dort absolvierte der gerade volljährig gewordene Pole fast 30 Partien und zeigte gute Leistungen - als Lohn durfte er dann nach seiner Rückkehr auch bei den «Gunners» ins Tor. Zunächst aber nur im League Cup, wo Arsenal gerne seinen jungen Akteuren eine Chance gibt. Während der Saison 2010/11 durfte Szczęsny dann, nach Verletzungen der beiden anderen Arsenal-Torhütern, Manuel Almunia und seinem Landsmann Łukasz Fabiański, erstmals auch in der Premier League ran, und zu Beginn des Jahres 2011 feierte er sogar sein Champions League-Debüt beim Spiel gegen den FC Barcelona. Vom jungen Alter des neuen Arsenal-Schlussmannes und von seiner geringen Erfahrung merkte jedoch kaum jemand etwas. Weder bei seinem Debüt in der Premier League gegen Manchester United, noch bei seinem ersten Spiel auf internationaler Bühne gegen Barça wirkte Szczęsny nervös. Von Beginn weg zeigte sich der Pole cool und abgeklärt, Attribute, welche man in London auf der Torhüterposition seit Jahren vermisste. Kein Wunder also, dass Arsenal-Coach Arsène Wenger an ihm als Stammkeeper festhielt, und der Londoner Klub somit erstmals seit vielen Jahren wieder einen echten Rückhalt im Tor hat. Dass der 22-Jährige somit auch in den Fokus der Nationalelf rücken würde, war klar. Zwar hat der Schlussmann noch keine zehn Länderspiele für Polen absolviert, doch auch im Nationaltrikot wusste der Youngster von Beginn weg zu überzeugen und machte wie bereits in London den Eindruck, als gehöre er schon zur alten Garde. Mittlerweile gilt Szczęsny als Polens grösstes Talent. Hat wohl noch so mancher Fussballfan gestutzt, als er den Polen mit dem komisch geschriebenen Namen (ausgesprochen „Schesni“) in der Champions League für Arsenal auflaufen sah, wird ihn nach der EM jeder kennen. Denn mit seiner selbstbewussten Art, seiner Ausstrahlung und den starken Nerven wird er, wie schon beim 2:2-Testspiel gegen Deutschland, die Star-Stürmer der EM zum Verzweifeln bringen. Der Abwehrchef Im Alter von 17 Jahren verpflichtete der griechische Spitzenklub AEK Athen Sokratis Papastathopoulos. Der Trainer, der ihn damals im Sommer 2005 nach Athen holte war Fernando Santos, welcher nun in der Nationalmannschaft an der Seitenlinie steht. Und es war Santos, der den jungen Verteidiger immer wieder mit der ersten Mannschaft trainieren liess und ihn so langsam ans erste Team heranführte. Darum verwundert es nicht, dass Papastathopoulos nun auch in der Nationalmannschaft das volle Vertrauen des Trainers geniesst und sich in der Vergangenheit zum unumstrittenen Abwehrchef entwickelt hat. Diese Entwicklung hängt aber auch mit einem anderen Förderer zusammen, den Sokratis während seiner Zeit in Athen kennenlernte. Dort trainierte und spielte er nämlich oft mit Traianos Dellas, der griechischen Verteidigerlegende mit Spitznamen «Koloss von Rhodos». Der junge Sokratis orientierte sich am alten Haudegen Dellas und darf sich nun zweifelsfrei als sein Nachfolger in der Nationalelf betrachten. Ähnlich wie Dellas besticht Sokratis durch Spielintelligenz, physische Präsenz und starkes Kopfballspiel. Seine Vereinskarriere lancierte Sokratis, der am 9. Juni 24 Jahre alt wird, mit seinem Aufstieg zum jüngsten Kapitän der Vereinsgeschichte von AEK und starken Leistungen mit der U19-Nationalmannschaft Griechenlands, mit der er, ebenfalls als Spielführer, Vize-Europameister 2007 wurde. In der Folge wurden Klubs aus dem Ausland auf den kräftigen Verteidiger aufmerksam, schliesslich kam es zu einem Wechsel zum FC Genua im Sommer 2008. In Italiens Serie A reifte das Talent schnell zum Leistungsträger und wurde bald schon von grösseren Klubs umworben. Sein einjähriger Abstecher zum AC Mailand verlief jedoch weniger erfolgreich, der Grieche absolvierte nur wenige Pflichtspiele und kehrte nach nur einer Saison enttäuscht nach Genua zurück. Kaum in Genua angekommen, wurde Sokratis aber sofort an Werder Bremen verliehen, und auch dort kam der Verteidiger in der abgelaufenen Spielzeit zu vielen Einsätzen und wusste so zu überzeugen, dass die Werder-Verantwortlichen eine definitive Verpflichtung anstreben. Im Nationalteam steht Papastathopoulos, auf dessen Trikot aufgrund des zu langen Nachnamens meist nur Sokratis steht, für die neue Spielergeneration Griechenlands. Zwar sind ein paar ältere Spieler wie Karagounis und Katsouranis immer noch im Kader, doch bereits jetzt gilt der Verteidiger als Führungspersönlichkeit, die aus dem Team nicht mehr wegzudenken ist. Spielt Sokratis in Bremen weiterhin in der ersten Mannschaft und kann er an der Europameisterschaft auf sich aufmerksam machen, könnte es eventuell sogar noch einmal zu einem Wechsel zu einem echten Grossklub kommen - dann hoffentlich als Stammspieler. Bild: epo.gr / pzpn.pl |
TV-Moderatorin Steffi Buchli im Interview mit kurzpass.ch über den Sondereffort, den sie als Frau im Sportjournalismus leisten muss, den Konkurrenzkampf im SRF-Team und warum sie eigentlich gar nicht auffallen will.
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