Der lahme Kapitän |
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Seit der Weltmeisterschaft in Südafrika trägt Aussenverteidiger Philipp Lahm die Kapitänsbinde in der deutschen Nationalmannschaft. Unser Redaktor klärt, was für ein Spieler Lahm ist und inwiefern er für dieses Amt taugt. Lahm – ein ausgezeichneter Spieler Der 1983 in München geborene Lahm gehört zu den besten Ausserverteidigern, die es im Fussball zu bestaunen gibt. Lahm hat alle Jugendabteilungen beim FC Bayern München durchlaufen und an der Isar seine Karriere so richtig lanciert. Er kann nicht nur wie beim FC Bayern auf Rechts auflaufen, sondern kommt auch auf der linken Seite auf dasselbe hohe Leistungsniveau. Bereits je drei Mal hat er die deutsche Meisterschaft und den Pokal gewonnen. Seinen Marktwert wird auf stolze 28 Millionen Euro geschätzt. In der deutschen Auswahl ist er seit langem Stammspieler. Seit der Weltmeisterschaft 2010 ist er Kapitän. Eine unrühmliche Rolle Die Umstände, unter denen sich Lahm erstmals die Kapitänsbinde in der deutschen Mannschaft überstreifte, sind durch die Verletzung eines Mitspielers verschuldet. Michael Ballack, der eigentliche Spielführer und grosse Hoffnungsträger der Deutschen, verletzte sich in seinem Verein im letzten Pflichtspiel vor dem Grossereignis in Südafrika. Die Verletzung, die er sich durch ein rüdes Foul von Kevin-Prince Boateng zuzog, war so gravierend, dass er in Südafrika nicht antreten konnte. Kurzerhand nominierte Löw den jungen Philipp Lahm für dieses Amt. Brisant wurde es in einer Pressekonferenz während der Weltmeisterschaft. Lahm gab den Medien und somit aller Welt zu verstehen, dass er das Amt nicht freiwillig an Ballack abtreten werde. Einem verletzten Mannschaftskollegen so in den Rücken zu fallen, ist starker Tabak. Rückblickend meint auch Ballack: «So was macht man nicht.» Gerade an einer Endrunde dieses Thema völlig ohne Not zu thematisieren, schadete auch der Mannschaft. Doch Lahm ist immer noch Kapitän und hat aus seiner persönlichen Perspektive alles richtig gemacht. Dass Lahm der Karriere alles unterordnet und es auch versteht sie geschickt zu fördern, zeigt eine Äusserung der Spiegel-online Redaktion. Sie thematisiert die Position des Aussenverteidigers. «[…]Lahm, der - clever und karrierebewusst, wie er immer war - frühzeitig erkannt hat, wo die Nische [in der Aussenverteidigung, P.B.] im deutschen Fußball zu finden ist. Der Münchner hat sich in der Nationalmannschaft damit auf Jahre unverzichtbar gemacht […].» Lahm, ein Charakterlump? Aufruhr produzierte Lahm mit seiner Biographie «Der feine Unterschied», die er 2011 veröffentliche beziehungsweise verfassen liess. Das sich einer im zarten Alter von 27 Jahren bereits zu diesem Schritt entschliesst, ist selten, für einen Spieler der noch auf dem Grün steht, ist es im Prinzip undenkbar. Er unterlässt es dann auch nicht, seine grossen ehemaligen Förderer, allen voran Völler und Magath, zu kritisieren. Von Dankbarkeit keine Spur. Der kritisierte Rudi Völler stellte ohne Umschweife fest: «Lahm hat null Charakter.» Es scheint bei Lahm oft so, dass er verbissen versucht, sich als Spieler mit Kanten und Ecken zu profilieren. Doch er hat schlicht keine. Sinnbildlich dafür ist das Champions-League-Finale 2012. Als es darum ging, die Mannschaft auf das Elfmeterschiessen einzuschwören, war es Bastian Schweinsteiger und nicht Lahm, der als Wortführer auftrat. Vieles, das einen «Typen» ausmacht, wirkt bei Lahm aufgesetzt, unglaubwürdig. Die Frage stellt sich, inwiefern Lahm selbst hinter seinen Aktionen steht. Zu oft sind es im Fussballbusiness die Berater, die einen Spieler steuern und ihn zu etwas anderem machen wollen, als er eigentlich ist. Gibt es Alternativen? Die Frage kann nicht bejaht werden. Es gibt in der Nationalmannschaft keine «Typen» mehr, wie es ein Ballack oder Matthäus gewesen waren. Holland hat einen van Bommel, England hat Terry und Gerrard, doch dem deutschen Fussball scheinen solche Führungsspieler abhanden gekommen zu sein. Dass in der deutschen Öffentlichkeit, allen voran in der Fussballsendung «Doppelpass», wiederholt dieses Thema diskutiert wird, zeugt von dieser Schwäche im deutschen Spiel. Die Rolle von Kapitän Lahm und den Konflikt zwischen ihm und Ballack wurde von Oliver Pocher gekonnt parodiert:
Bild: Imago |
Hermann Burgermeister ist die Seele des FC Zürich. kurzpass.ch erzählt er, warum er seinen Club lieber im Hardturm spielen sähe, weshalb er Waschmittel im Denner kauft und wie er die Gunst der Fans gewonnen hat.
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