Aussenseiter trotz Heimvorteil |
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Die Ukraine stürmte an der WM 2006 sensationell bis ins Viertelfinale. Der Coach von damals ist an diesem Turnier wieder an der Seitenlinie - und die Euphorie noch viel grösser. Gegen schwache Teams stark Nachdem die ukrainische Nationalelf in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2012 gescheitert war, übernahm Myron Markevych das Team. Der Trainer verlor von vier Testspielen bis zur Weltmeisterschaft zwar kein einziges, erhielt dann aber im August 2010 trotzdem per Fax seine Kündigung, da der Ukrainische Fussballverband wohl mit jemand anderem die Mission EM 2012 in Angriff nehmen wollte. Zunächst übernahm dann interimistisch Yuriy Kalitvintsev, ehe Oleh Blochin ab April 2011 an der Seitenlinie stand. Weil bis zum Startschuss der EM im eigenen Land kein einziges Pflichtspiel mehr anstand, musste Blochin in der Folge sein Team in Freundschaftsspielen testen und so eine geeignete Mannschaft für das grosse Turnier finden. Seit Juli 2010 hat das Team über 20 Freundschaftsspiele absolviert. Wie viel diese Spiele aussagen, ist ungewiss. Tatsache ist, dass sich die Ukrainer vor allem in den Partien gegen vermeintlich kleinere Teams in der Regel keine Blösse gaben und gewinnen konnten. Ausserdem gibt es auch ein paar beeindruckende Ergebnisse, beispielsweise das 1:1 gegen die Niederlande oder das 3:3 gegen Deutschland. Die Mannschaft ging aber auch oft als Verlierer vom Platz, gegen starke Gegner wie Frankreich, Italien oder Brasilien, aber auch gegen vermeintlich ebenbürtige Teams wie Tschechien. Unter dem Strich kann man aber von einem gelungenen Testprogramm sprechen. Offensiv stark, defensiv schwach Die Ukraine hat auf der vermeintlich wichtigsten Position ein grosses Problem. Der eigentliche Stammtorhüter Oleksandr Shovkovskiy, welcher schon bei der WM 2006 zwischen den Pfosten stand, wird das Turnier wegen einer Schulterverletzung verpassen. Der andere Kandidat auf den Platz zwischen den Pfosten, Alexander Rybka, wurde wegen Einnahme verbotener Substanzen für zwei Jahre gesperrt. Andrej Dikan, der dritte im Bunde, war im Frühling ebenfalls längere Zeit verletzt, wird aber für die Europameisterschaft voraussichtlich fit sein. Der Chef in der Abwehr ist Dmitro Chigrinskiy, der nicht nur über gute Defensiv-Qualitäten verfügt, sondern auch in der Spieleröffnung nach vorne Stärken hat. Neben ihm könnte Anatoliy Tymoshchuk ebenfalls eine tragende Rolle einnehmen, doch es scheint wahrscheinlicher, dass der Bayern-Profi im defensiven Mittelfeld die Fäden ziehen wird. Ansonsten ist die Verteidigung eher dürftig besetzt. Der Regisseur im offensiven Mittelfeld ist der erst 21-jährige Andriy Yarmolenko. Neben ihm dürften wohl Aleksandr Aliev und Oleg Gusev auflaufen. Der Angriff ist zweifelsfrei der stärkste Mannschaftsteil des Gastgebers. Neben Altstar Andriy Shevchenko verfügt Oleh Blochin mit Artem Milevskyi, Andriy Voronin und Evgen Seleznev über drei andere Offensiv-Akteure, die auf international hohem Niveau gut mithalten können. Es fehlt an Qualität Für die Ukraine wird es, trotz Heimvorteil und grosser Euphorie, extrem schwer werden, an dieser EM für Erfolge zu sorgen. Das Team ist in der Breite schlecht besetzt, in der Defensive anfällig und hat zu wenige Spieler von individuell herausragender Klasse. Zweifelsfrei wird die ukrainische Liga in Westeuropa unterschätzt, doch viele Spieler haben tatsächlich nur wenige Erfahrungen auf international hohem Niveau. Für die Ukraine wird das Turnier im eigenen Land ein Abenteuer, aber voraussichtlich kaum mehr, vor allem auch aufgrund der ambitionierten Gruppengegner. Daran ändert auch die Rückkehr von Erfolgscoach Oleh Blochin oder der Verbleib von Andriy Shevchenko im Team nichts - für die wird das Heim-Turnier lediglich ein schöner Abschied. Prognose Bild: ffu.org.ua |
TV-Moderatorin Steffi Buchli im Interview mit kurzpass.ch über den Sondereffort, den sie als Frau im Sportjournalismus leisten muss, den Konkurrenzkampf im SRF-Team und warum sie eigentlich gar nicht auffallen will.
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