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Blochin vs. Blanc

Mit Oleg Blochin und Laurent Blanc verfügen die Fussballverbände der Ukraine und von Frankreich über enorm beliebte Trainer. Beide haben in ihrer Coaching-Karriere bisher aber noch fast nichts erreicht.

Oleg Blochin

Bereits zum zweiten Mal sitzt Oleg Blochin bei der Ukrainischen Nationalelf auf der Trainerbank. Und mit ihm feierte das Team bereits seinen grössten Erfolg, als man an der Weltmeisterschaft 2006 bis ins Viertelfinale vorstiess und dort erst an Italien scheiterte. Nach der verpassten Qualifikation für die Europameisterschaft 2008 gab Blochin seinen Rücktritt bekannt, doch seit April 2011 steht er wieder an der Seitenlinie des EM-Gastgebers. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass der ukrainische Fussballverband dachte, man sei nur mit Blochin als Coach imstande ein erfolgreiches Turnier bestreiten zu können. Auf Vereinsebene wusste Blochin als Trainer bisher aber nicht so sehr zu überzeugen. Er lancierte seine Coachingkarriere in Griechenland und trainierte dort unmittelbar nach seinem Karriereende als Profi zwölf Jahre lang diverse Klubs, meist aber ohne grossen Erfolg. Zwischen seinen beiden Engagements beim ukrainischen Fussballverband wagte Blochin auch noch einen Abstecher nach Moskau, doch auch dort wusste er nicht wirklich zu überzeugen.

Seine Vita als Spieler ist dabei weit beeindruckender - und begründet damit auch ein Stück weit das Vertrauen der Ukraine in ihn als Nationaltrainer. Als Aktiver gehörte der ehemalige Flügelspieler nämlich zu den ganz grossen Stars seiner Zeit und genoss vor allem in der ehemaligen Sowjetunion grosses Ansehen. Über 25 Jahre spielte er bei Dynamo Kiew, absolvierte dabei über 400 Ligaspiele und erzielte im Schnitt in jedem zweiten ein Tor. Blochin wurde dreimal zum sowjetischen Spieler des Jahres gewählt, war 1975 sogar Europas Fussballer des Jahres und gewann während seiner Zeit in Kiew unzählige Meisterschaften und Pokale. Warum er als Trainer nie nach Kiew zurückkehrte, ist unklar - vielleicht schafft er aber nach einem weiteren guten Auftritt an einer Endrunde mit der Nationalmannschaft auch auf Vereinsebene endlich den Sprung zu einem Spitzenklub oder gar zurück in seine Heimat. Ansonsten könnte Blochin auch in die Politik zurückkehren. Nach seinem Karriereende engagierte er sich nämlich auch politisch, und hatte bei seinem ersten Amtsantritt bei der ukrainischen Nationalelf sogar noch einen Sitz im Parlament.

Laurent Blanc

Als Trainer hat Laurent Blanc noch nicht viele Erfahrungen gesammelt. Der Franzose ist aber auch erst 46 Jahre alt und hat den grössten Teil seiner Coaching-Karriere noch vor sich. Blickt er aber auf seine aktive Zeit als Profi zurück, dürfte Blanc in besten Erinnerungen schwelgen. 97 Länderspiele absolvierte der ehemalige Verteidiger für Frankreich, erzielte dabei 16 Tore und gewann 1998 die WM sowie zwei Jahre später die Europameisterschaft. Während seiner 20-jährigen Karriere spielte er bei diversen Topvereinen in Frankreich, England, Spanien und Italien und nahm während dieser Zeit an drei Europameisterschaften teil. Bereits als Spieler galt Blanc als Taktikfuchs, der das Spiel lesen und leiten konnte. Nach seinem Karriereende 2003 widmete sich Blanc vier Jahre lang seiner Trainerausbildung, ehe er seinen ersten Posten beim französischen Ligue 1-Klub Girondins Bordeaux antrat. In Bordeaux konnte Blanc bereits in seiner ersten Saison Vize-Meister werden, in seinem dritten Jahr an der Seitenlinie feierte er dann seine erste Meisterschaft und wurde am Ende der Saison zum Trainer des Jahres in Frankreich gewählt. In insgesamt vier Spielzeiten bei Bordeaux schaffte es Blanc, sich in Frankreich einen hervorragenden Ruf als Trainer zu erarbeiten - wobei ihm aber sicher auch seine Beliebtheit, die er als Profi schon genoss, zugute kam.

Deswegen war Blanc auch immer wieder ein Thema, wenn Raymond Domenech, der vor ihm das Amt des Nationaltrainers innehatte, wieder einmal in der Kritik stand. Den Job von Domenech übernahm der junge Trainer aber erst nach dem blamablen WM-Auftritt der „Equipe Tricolore“ - und stand vor einem Scherbenhaufen. Doch Blanc schien mit der schwierigen Situation in Frankreichs Nationalmannschaft gut zurechtzukommen. Blanc nominierte nach dem WM-Skandal im ersten Testspiel mit ihm an der Seitenlinie keinen einzigen Akteur, der in Südafrika im Kader stand. Erst in der zweiten Partie durften einige WM-Fahrer in die Mannschaft zurückkehren, und Blanc bastelte allmählich aus neuen Spielern und alten Stützen sein Team zusammen. Kritisiert wurde er dabei selten, denn im Gegnsatz zu seinem Vorgänger Domenech holte der junge Trainer viele Spieler in die Mannschaft, welche vorher einfach ignoriert worden waren, obwohl sie in ihren Vereinen sehr anspruchsvolle Leistungen gezeigt hatten.Die Umstellungen von Blanc griffen zwar nicht sofort, die ersten beiden Spiele unter ihm gingen verloren, doch je länger der Franzose an der Seitenlinie seines Heimatlandes steht, desto besser scheint das Team zu funktionieren. Schafft es Blanc, an dieser EM mit Frankeich wieder guten Fussball zu spielen, wird man den Franzosen wohl bald wieder bei einem Topklub an der Seitenlinie sehen.

Bild: ffu.org.ua / fff.fr

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