«Sheva» – ein Oldie zeigts allen |
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Ein überragender Andryi Shevchenko führte den Gastgeber Ukraine zum Sieg gegen Schweden. Der 35-jährige Stürmer hat es noch einmal allen gezeigt, obwohl er vor dem Turnier bereits abgeschrieben und sogar ausgelacht wurde.
Überragendes Maskottchen gegen Schweden Im Aussenseiterduell der Gruppe D überraschte Gastgeber Ukraine mit einem 2:1-Sieg gegen Schweden. Dabei spielte sich ein Spieler in den Fokus, der im westeuropäischen Fussball längst in Vergessenheit geraten ist. Andryi Shevchenko schoss beide Treffer der Ukraine. Dabei war sein Auftritt von Beginn an alles andere als zu erwarten. Vor dem Turnier wurde «Sheva» als Maskottchen der Ukrainer verspottet. Würde es strikt nach Leistung gehen, wäre er gar nicht dabei, meinten viele ukrainische Fussballexperten. Bei seinem Verein Dynamo Kiew spielte er in der Meisterschaft nicht einmal mehr jedes zweite Spiel: Zu verletzungsanfällig zeigte sich Shevchenko. Und auch die Prioritäten scheint er anders gesetzt zu haben als für einen Fussballprofi üblich: Die ukrainischen Golfmeisterschaften zog er in dieser Saison einem Dynamo-Spiel vor. Im Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Schweden spielte «Sheva» nur im Reserveteam, aber schlussendlich war alles nur Bluff. Shevchenko spielte: Und wie! «Europas Fussballer des Jahres» als Busenfreund von Berlusconi Andryi Shevchenko wurde bereits mit nur 18 Jahren in der Profimannschaft von Dynamo Kiew eingesetzt. Das Supertalent Shevchenko blieb den Hauptstädter fünf Jahre lang treu, bevor es die AC Milan den Ukrainer verpflichten konnte. Mit den Italiener wurde er je einmal Meister und Champions-League-Sieger und krönte sich je zweimal zum Topskorer der Serie A und der UEFA Champions League. Mit 59 Toren in 115 Partien ist Shevchenko nach Raúl und Ruud van Nistelroy der drittbeste Torschütze aller Zeiten in der Königsklasse. Die Krone des Weltfussballers blieb dem Ukrainer zwar verwehrt, 2004 wurde «Sheva» allerdings zu «Europas Fussballer des Jahres» gewählt. Andryi Shevchenko war in seiner Zeit bei der AC Milan der erklärte Lieblingsspieler von Clubbesitzer Silvio Berlusconi. Der ukrainische Stürmerstar ernannte Berlusconi gar zum Taufpaten seines Sohnes. Nach der Weltmeisterschaft 2006 wurde Shevchenko von Chelsea für 46 Millionen Euro verpflichtet. Beim englischen Topclub konnte sich der Stürmerstar trotz Vorschusslorbeeren nie durchsetzen. In 47 Spielen für Chelsea schoss der eigentliche Knipser nur gerade neun Tore, daraufhin wurde er für ein Jahr an die AC Milan verliehen, wo er aber nicht mehr zu alter Form zurück finden konnte. 2009 kehrte Shevchenko nach zehn Jahren in Westeuropa zu seinem Stammverein Dynamo Kiew zurück. Während die meisten Altstars nur noch eine oder zwei Saisons in der Heimat anhängen, hat der inzwischen 35-jährige den Vertrag kürzlich um ein weiteres Jahr verlängert. Auch in der Nationalmannschaft machte sich Shevchenko einen Namen. Mit 48 Toren in 109 Länderspielen ist er Rekordtorschütze seines Landes. Grösster Erfolg dabei war die Viertelfinal-Teilnahme an der WM 2006. Zuvor hatten die Ukrainer die Schweiz im Elfmeterschiessen bezwungen. Die ukrainische Fussballlegende Andryi Shevchenko wird nach der diesjährigen Europameisterschaft zurücktreten. Schillerndste Figur des ukrainischen Fussballs Shevchenko ist zweifelsohne die Glamourfigur der Ukraine. Er ist nicht nur der beste ukrainische Fussballer aller Zeiten, sondern hat auch sonst allerhand zu bieten. Er ist mit dem US-Model Kristen Pazik verheiratet, hat Silvio Berlusconi zum Taufpaten seines Sohnes ernannt und betreibt zusammen mit Giorgio Armani Nobelboutiquen. Nach seinen beiden Kopfballtoren gegen Schweden macht er sich in der Ukraine zu einer noch grösseren Legende, als er es sowieso schon war. Wenn er es schaffen sollte, die ukrainische Mannschaft in die Viertelfinals zu führen, macht er sich endgültig unsterblich. |
TV-Moderatorin Steffi Buchli im Interview mit kurzpass.ch über den Sondereffort, den sie als Frau im Sportjournalismus leisten muss, den Konkurrenzkampf im SRF-Team und warum sie eigentlich gar nicht auffallen will.
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