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Neu formiert und erstarkt

Frankreich hat mit dem Amtsantritt von Laurent Blanc den längst überfälligen Umbruch im Team eingeleitet und eine neue Mannschaft zusammengestellt. Das Ergebnis scheint durchaus konkurrenzfähig zu sein.

Schlechter Quali-Start

Nach der desaströsen Weltmeisterschaft 2010 erwischte Frankreich auch unter dem neuen Trainer Laurent Blanc in der EM-Quali einen Horror-Start. Die erste Partie, ein Heimspiel gegen Weissrussland, ging mit 0:1 verloren. In Frankreich rechnete man mit dem schlimmsten, doch das Team reagierte nur vier Tage später mit einem enorm wichtigen 2:0-Auswärtssieg gegen die starken Bosnier und gewann auch die drei darauffolgenden Spiele alle mit 2:0. Allerdings verpassten es die Franzosen dann, sich entscheidend abzusetzen. Auch im Auswärtsspiel in Weissrussland kam die Mannschaft nicht über ein Unentschieden heraus. Es folgten zwei Siege gegen Albanien sowie ein Unentschieden in Rumänien, ehe es zum finalen Showdown gegen Bosnien & Herzegowina im Kampf um Platz Eins kam. Durch einen Elfmeter von Samir Nasri konnte Frankreich trotz eines Rückstands noch das wichtige Unentschieden holen. Somit konnte die Relegation, anders als in der Quali zur letzten WM, knapp vermieden werden.

Neue, explosive Mischung

Unter Laurent Blanc hat sich das französische Team enorm verändert. Im ersten Spiel nominierte der junge Trainer keinen einzigen Akteur aus dem WM-Kader von 2010, in der Folge stellte er sich aus alten Gesichtern und neuen Spielern ein Team zusammen, dass in dieser Zusammensetzung um einiges stärker scheint als die WM-Elf. Blanc sortierte Spieler wie Gallas, Anelka, Gignac, Henry oder Toulalan aus, und baute stattdessen neue Akteure wie Rami, M‘Vila, Benzema und Nasri ins Team ein. Auf der Torhüterposition ist jedoch immer noch Hugo Lloris gesetzt. Der Schlussmann verfügt über herausragende Qualitäten und gehört an dieser EM zweifelsfrei zu den besten seiner Zunft. Die Abwehr wird neu von Adil Rami und Philippe Mexès organisiert, was gut zu funktionieren scheint, denn die Defensive musste in der Quali nur vier Gegentore hinnehmen. Auf den Aussenverteidigerpositionen setzt Blanc vor allem auf alte Gesichter, Patrice Evra scheint links gesetzt zu sein, die rechte Verteidigerposition ist durch die Verletzung von Bacary Sagna vakant und könnte eine Schwachstelle im französischen Team sein.

Im Mittelfeld wurde Yann M‘Vila zum neuen Chef ernannt, er spielt bereits wie wenn er schon seit Jahren im Team wäre. Vor ihm sorgen vor allem Samir Nasri im Zentrum und Florent Malouda beziehungsweise Franck Ribéry auf den Flügeln für die offensiven Aktionen. In der Spitze dürfte Karim Benzema gesetzt sein, der bei Real Madrid immer besser in Fahrt kommt und an dieser Europameisterschaft ganz gross herauskommen könnte. Im Fall, dass Blanc mit zwei Spitzen spielen lässt, ist der Partner von Benzema noch offen.

Grosses Potenzial

Die französische Mannschaft erwischte in der Qualifikation zwar einen schlechten Start und zeigte auch später nicht immer überzeugende Ergebnisse. Doch nach schwierigem Anfang blieb die Mannschaft lange ungeschlagen, spielte zwar nicht immer attraktiv, aber effektiv. Doch vor allem die Testspielergebnisse nach der gelungenen Qualifikation zeigen, dass sich die Mannschaft auf dem richtigen Weg befindet. Die Spieler, welche aus dem WM-Kader von 2010 übrig sind, haben ordentlich etwas gutzumachen. Die Akteure, welche neu in der Mannschaft sind wie Nasri oder Benzema, brennen und wollen beweisen, warum sie in die erste Mannschaft gehören. Mit dieser Mischung ist Frankreich ein Team, das jederzeit explodieren kann. Dann könnte Blanc bereits an dieser Europameisterschaft erste Früchte für seine Arbeit ernten.

Prognose

Frankreich wird die Gruppenphase ohne Probleme überstehen. Schon im ersten Spiel gegen England holt die Mannschaft die ersten Punkte für das Weiterkommen. Gastgeber Ukraine wird in der zweiten Partie klar besiegt. Sind die Franzosen vor dem letzten Spiel gegen Schweden nicht schon für die nächste Runde qualifiziert, holen sie in dieser Partie die nötigen Punkte dafür. Im Viertelfinale kann Frankreich jeden Gegner schlagen, allerdings wird es, egal wie der Gegner heisst, ziemlich knapp werden. Wartet dann im Halbfinale nicht die Niederlande, wird die „Equipe Tricolore“ ins Endspiel der diesjährigen Europameisterschaft einziehen.

Tipp: Finale

Bild: Imago

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