Die EM? Zum Einschlafen!

Momentan scheint jeder im EM-Fieber zu sein. Doch es gibt Ausnahmen. Ein Kommentar von unserem Redaktor David Mathys darüber, warum die EM bei ihm keine Begeisterungsstürme auslöst.

Begeisterung bleibt aus

Sehr oft wurde diese EM als Highlight des Jahres angepriesen, so oft, dass ich es schon lange nicht mehr hören kann. Nein, für mich ist die EM bei weitem nicht das Wichtigste in diesem Jahr. Jedes Spiel meines Vereins zählt da mehr. Obwohl ich mir sicher bin, dass ich nicht der einzige Clubfussballfan bin, dem es so geht, verstehen mich die meisten Menschen nicht. Wie kann es ein, dass ein Saisonkarteninhaber eines Fussballvereins von keinem der 24 Gruppenspiele mehr als 45 Minuten und keinen der Viertelfinals gesehen hat? Ich versuche mal, dies zu erklären.

Dass die zweite Halbzeit der Partie Frankreich-England mein längstes «EM-Erlebnis» darstellt, liegt sicherlich nicht am schlechten Fussball. Auch wenn diese Partie ziemlich langweilig war, so sind an der Europameisterschaft trotzdem die besten Fussballer Europas zu bestaunen. Nein, die Gründe für meine EM-Verachtung liegen anderswo. Begonnen hat es wohl vor etwa vier Jahren bei der Europameisterschaft in der Schweiz. Lächerliche Vorschriften und Verbote sowie Carlsberg-Zwang liessen mir den Kragen platzen. Bei der diesjährigen Austragung kommen in den Austragungsländern noch politische Probleme hinzu, ganz zu schweigen von der Korruption und dem Rassismus der dort teilweise vorherrscht. Auch wenn ich von den Städten, in denen die EM ausgetragen wird, nur Warschau kenne (welches übrigens eine Reise wert ist), so passt die Vergabe an Polen und die Ukraine doch sehr gut zu den WM-Vergaben nach Russland und Katar, welche aus meiner Sicht einen recht faden Beigeschmack haben.

Es geht nur ums liebe Geld

Und somit sind wir da angelangt, wo ich das Hauptproblem sehe. Bei den Fussballverbänden UEFA und FIFA, denen es vor allem um eines geht: Geld. Sie erzeugen dafür «Fussballfeste» nach ihren Vorstellungen. Alles, was ihnen nicht passt, muss weichen. Kroatien und Russland wurden hart bestraft, weil ihre Fans Pyros gezündet hatten. Die Ultra-Kultur gehört für die Verbände nicht zum Fussball, eine gute Stimmung scheint für sie nicht nötig zu sein. Damit kann ich mich nicht anfreunden. Für mich ist Fankultur ein wesentlicher Bestandteil des Fussballs. Ohne sie ist ein Fussballspiel nicht dasselbe. Es braucht die richtige Mischung zwischen dem Geschehen auf dem Platz und demjenigen auf den Rängen. Dies ist an Europameisterschaften meist nicht der Fall.

Ich möchte jetzt nicht alles an dieser EM schlechtreden. Es wird teilweise hervorragender Fussball geboten, an dem auch ich meine Freude habe. Allen EM-Fans wünsche ich deshalb noch ein paar gute letzte Spiele. Bei mir persönlich steigt unterdessen schonmal die Vorfreude auf die nächste Saison. Am Montag werden die ersten internationalen Partien mit Schweizer Beteiligung ausgelost. Für mich das erste Highlight der neuen Spielzeit, denn eine interessante Reise könnte auf mich und meinen Fussballclub zukommen.

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Kommentare  

 
#1 2012-06-26 07:16
Wenn der Fussball etwas nicht braucht, ist es die sog. Pyro-Kultur. Dann noch die Kroaten- und Russen-Rüpel ins Spiel bringen. Fehlen nur noch die Bananen. Ganz schwacher Text.
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