Die «Schweizer» Bastion

Bei welchem ausländischen Verein spielen momentan die meisten Schweizer Fussballer? Richtig, beim FC Fulham sind derzeit mit Philippe Senderos, Pajtim Kasami und Kerim Frei gleich drei Eidgenossen unter Vertrag.

Der FC Fulham

Der 1879 gegründete Traditionsverein, auch bekannt als die «Cottagers», ist im gleichnamigen Innenstadtteil Fulham im Londoner Westen beheimatet. Das Team spielt erst seit zehn Jahren ununterbrochen in der Premier League, der obersten englischen Liga. Davor dümpelte der Verein oft in der zweit- und dritthöchsten Liga vor sich her, einen wichtigen nationalen oder internationalen Titel konnte man nie gewinnen.

Seine Heimspiele trägt der Club im «Craven Cottage», direkt am Ufer der Themse, aus. Das Stadion bietet 25'700 Zuschauern Platz und beinhaltet neben der Haupttribüne auch heute noch eine sogenannte Jagdhütte, nach der das Stadion benannt wurde. Vor über 200 Jahren gebaut und als Waldhütte genutzt, befindet sich dort heute die VIP-Loge des Vereins. Das altehrwürdige Stadion soll aber demnächst einer neuen, modernen Arena weichen.

Derzeitiger Besitzer des FC Fulham ist der ägyptische Unternehmer Mohamed Al-Fayed. Er ist zudem Eigner des Hotels Ritz in Paris und ehemaliger Eigentümer des Kaufhauses Harrods in London. Einer seiner Söhne, Dodi Al-Fayed, wurde durch seine Beziehung zu Prinzessin Diana weltweit bekannt. Al-Fayed ist in Grossbritannien eine sehr umstrittene Persönlichkeit, führte aber Fulham mit Millioneninvestitionen zurück in die Premier League.

«Schweizer» Vergangenheit

Von Ende 2007 bis Mitte 2010 trainierte der hierzulande bestens bekannte Roy Hodgson die Londoner. Der frühere Schweizer Nationaltrainer (und für ein Jahr auch Trainer der Grasshoppers) führte Fulham bis ins Finale der Europa League-Kampagne 2009/2010 - wo man erst in der Verlängerung an Atlético Madrid bzw. Diego Forlán scheiterte - und damit zum bis dato grössten Vereinserfolg. Davor feierte Fulham die grössten «Erfolge» 1975 mit dem Erreichen des FA-Cup-Finals und 2002 mit dem Gewinn des damaligen UI-Cups. Hodgson wechselte danach zum FC Liverpool, wo er aber nicht reüssieren konnte und nach einem halben Jahr freiwillig wieder demissionierte. Seither coacht er übrigens West Bromwich Albion, mit denen er auf dem guten neunten Tabellenplatz steht. Aktueller Trainer ist der Holländer Martin Jol, bekannt durch Engagements bei Tottenham, Hamburg und Ajax Amsterdam.

Auch der jetzige YB-Torwarttrainer Pascal Zuberbühler verbrachte nach einem ersten missglückten England-Aufenthalt (West Bromwich Albion, 2006/07) drei Jahre bei den «Cottagers», im August 2008 zog es den ehemaligen Nationaltorhüter und langjährigen Basel- und GC-Goalie an die Themse, wo er allerdings hinter Mark Schwarzer nur die Nummer 2 war. Das störte Zuberbühler freilich nicht, er akzeptierte seine Reservistenrolle klaglos, zumal er seine Karriere in der Premier League ausklingen lassen konnte, nochmals mit Hodgson und Torwarttrainer Mike Kelly, die ihn anfangs der 90er-Jahre in die Nationalmannschaft beriefen, arbeiten durfte und sich sukzessive als Torwarttrainer ausbilden konnte. «Zubi» schwärmte in Interviews jeweils regelmässig von seinem fantastischen Leben in London: «Ich war extrem gern ein Teil des Teams, genoss die Zeit und spürte täglich, wie sehr meine Arbeit als Reservegoalie geschätzt wird. Und ein vergleichbares Aufgebot an qualifiziertem Personal habe ich noch nirgendwo sonst gesehen.»

Senderos, Kasami ...

Der wohl zurzeit bekannteste Eidgenosse bei Fulham ist Philippe Senderos. Der 26-jährige Innenverteidiger verteidigte lange Jahre für Arsenal, zwischenzeitlich wurde er ausgeliehen an Milan und Everton. Als klar wurde, dass man den Genfer bei Arsenal nicht mehr braucht, wechselte er vor einem Jahr innerhalb der Stadt zu Fulham. Seit einigen Wochen hat sich Senderos als Stammspieler etablieren können, was auch hinsichtlich der Nationalmannschaft wieder hoffen lässt.

Seit diesem Sommer spielt auch der 19-jährige Winterthurer Pajtim Kasami in London. Der zentrale Mittelfeldspieler gewann vor zwei Jahren den U17-Weltmeistertitel in Nigeria und kommt diese Saison immer wieder zu Teileinsätzen. Seine Jugend verbrachte Kasami bei GC, Liverpool (leihweise) und der Primavera der Lazio Rom, danach fasste er beim damaligen A-Ligisten Bellinzona und bei Palermo in der Serie A Fuss, von wo aus er vor dieser Saison in die Hauptstadt Englands wechselte.

Senderos glaubt an Kasami: «Pajtim ist ein sehr grosses Talent, ein sehr fleissiger Typ. Im Moment kommt er weniger zum Zug, aber er muss positiv bleiben. Ich rede mit ihm über seine Situation, versuche ihn zu unterstützen. Aber er packt das, der Trainer sieht, wie hart er arbeitet. Pajtim ist ein sehr polyvalenter Spieler. Er kann im Mittelfeld auf jeder Position spielen und im Sturm sogar auch. Doch wenn ein Spieler überall eingesetzt werden kann, hat er keine klare Position. Das kann ein Vorteil sein, manchmal aber auch kurzfristig ein Nachteil. Aber Pajtim hat eine gute Einstellung, er kann es schaffen.»

... und Kerim Frei

Die grössten Lobeshymnen bekommt zurzeit aber ein hierzulande eher unbekannter 18-jähriger namens Kerim Frei. Ausgerechnet am traditionellen «Boxing Day», dem Fussball-Festtag der Briten, stand Frei gegen Stadtrivale Chelsea erstmals in der Startaufstellung von Fulham. Die britische «BBC Sport» schrieb danach «Frei tanzte mit seinen Gegnern», Trainer Martin Jol meinte, «Frei könne jeder Abwehr in England Probleme bereiten» und Ottmar Hitzfeld liess sich zitieren, dass Frei ein sehr interessanter Spieler sei, auch für die A-Nationalmannschaft: «Ich beobachte Frei schon lange und hatte viel Freude, als er in der Europa League gegen Odense ein Tor schoss und eine Vorlage gab. Die Premier-League-Einsätze sind sehr wertvoll für ihn.»

Der frühere Junior von St. Gallen und GC spielt im offensiven Mittelfeld, in der Regel als klassischer Linksaussen. Frei ist Sohn einer Marokkanerin und eines Türken und wurde in Österreich geboren. Der nur 1,66 m grosse Wirbelwind spielt jedoch für die hiesigen Auswahlen und ist momentan Captain der U19-Nationalmannschaft. Auch Senderos schwärmt von Frei: «Kerim ist ein Riesen-Talent. Er ist bescheiden und arbeitet täglich hart an sich, so muss er weitermachen. Er sucht oft das Eins gegen Eins und probiert in der Offensive Sachen auf. Das ist mutig und  beeindruckt mich, er könnte uns noch viel Freude bereiten.»

Längst ist Frei natürlich auch auf dem Radar des U21-Nationaltrainers Pierluigi Tami. Frei sei ein williger, fleissiger Typ: «Er arbeitet viel nach vorne und nach hinten. Auf den letzten 30 Metern vor dem Tor ist er ein ähnlicher Spieler wie Shaqiri. Er hat in den letzten sechs Monaten einen Riesensprung gemacht, im Februar würde ich ihn gerne für die U21 nominieren.» Falls Ottmar Hitzfeld da mitspielt und Frei nicht gleich für das «grosse» Länderspiel Ende Februar gegen Argentinien aufbietet ...

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Seit zehn Jahren kaum zu stoppen

Der FC Basel dominiert die Meisterschaft seit einem Jahrzehnt. kurzpass.ch blickt auf die erfolgreichsten Jahre der Clubgeschichte zurück.

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