Im Osten viel Neues |
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Admir Mehmedi wechselt per sofort in die Ukraine zu Dynamo Kiew. Warum sich immer mehr Talente für einen Wechsel in den kalten Osten entscheiden. Armeevereine der Sowjetunion Zu Zeiten der Sowjetunion genoss der Fussball einen hohen Stellenwert. Die Armee gründete in den zwanziger Jahren einige Vereine, die von ihr entsprechend gefördert wurden. Die wohl bekannteste Armeemannschaft war ZSKA Moskau, die auch häufig in Zusammenhang mit der Roten Armee genannt wird. Fussballspieler waren in der Sowjetunion nicht etwa bei den Fussballvereinen angestellt, sondern galten als Beamte. Diese wurden selten ins Ausland transferiert, da die sowjetische Nationalmannschaft gefördert werden sollte. In der Liga der UdSSR waren daher ausländische Spieler beinahe inexistent. Diese Politik trug auf Nationalmannschaftsebene tatsächlich ihre Früchte. 1960 feierte die Sowjetunion mit dem Europameistertitel ihren grössten Erfolg. Die Liga wurde Anfangs von den Moskauer Vereinen ZSKA, Dynamo und Spartak dominiert. Die ersten 21 Meisterschaften machten sie den Titel unter sich aus, bis 1960 ein anderer Moskauer Verein, Torpedo Moskau, den Bann brechen konnte. Danach wurde die Liga hauptsächlich von Dynamo Kiew aus der heutigen Ukraine dominiert. Die Fussballvereine aus der UdSSR feierten auch internationale Erfolge. Insgesamt drei Mal wurde der Europapokal der Pokalsieger gewonnen. Einmal war Dinamo Tiflis erfolgreich, gleich zweimal durfte sich Dynamo Kiew mit dem Titel der besten Pokalmannschaft schmücken. Für keinen Klub der Sowjetunion reichte es allerdings zu einem Erfolg im Europapokal der Landesmeister, dem Vorgänger der heutigen Champions League. Bei Südamerikaner und Afrikaner beliebt 1992 wurde die Sowjetunion aufgelöst, daher wurden in den neu entstandenen Länder eigene Ligen organisiert. Zu Beginn hatten diese in Russland und der Ukraine je 20 Mannschaften – inzwischen wurden die Ligen auf je 16 Mannschaften gekürzt. Nachdem die Spieler jahrzehntelang nicht von den Klubs angestellt waren, änderte sich dies, wodurch auch vermehrt ausländische Spieler verpflichtet wurden. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Transfers aus dem Ausland drastisch erhöht. Dies ist zum Teil auch auf milliardenschwere Investoren der Clubs zurückzuführen. Bekanntester unter ihnen ist Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch, dem auch Anteile am ZSKA Moskau gehören. Durch das Geld der Investoren konnten Transfers von Spielern getätigt werden, die das Niveau in den Ligen merklich ansteigen liessen. Waren es anfangs vor allem alternde Stars, die ihre Kasse aufbessern wollten – wie etwa Roberto Carlos, Rivaldo oder Samuel Eto'o – sind es inzwischen auch viele jüngere Spieler. Nicht selten stammen diese aus Südamerika oder Afrika, die in Europa Fuss fassen oder einen Zwischenstopp auf dem Weg zu einem Topclub einlegen wollen. Bei Dynamo wird Admir Mehmedi aufgrund dessen neben zehn Einheimischen auch Teamkollege von sechs Brasilianern und vier Nigerianern. Doumbia entwickelt sich Ein Beispiel dafür, dass inzwischen Spieler mit grosser Zukunft in die ehemalige Sowjetunion wechseln, ist Seydou Doumbia. Als im Sommer 2010 der damalige YB-Star von Topclubs in ganz Europa umworben wurde, rechnete kaum jemand damit, den Ivorer in Zukunft in Moskau bewundern zu können. Doch der Topskorer der Super League entschied sich gegen verlockende Angebote von Grossclubs aus England und Frankreich. Er wechselte zum ZSKA Moskau. In dieser Saison trumpft er in der Champions League gross auf. Sein Verein überstand die Gruppephase, er erzielte dabei fünf Tore. Damit liegt er in der Torschützenwertung der Königsklasse hinter den Weltstars Messi und Gomez auf dem dritten Rang. In der russischen Premjer Liga führt er die Torschützenliste mit zwölf erzielten Treffern an. Doumbia scheint sich in Moskau prächtig zu entwickeln. In Russland kann sich der Nationalspieler der Elfenbeinküste ausserdem für eine grössere Liga empfehlen. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis Seydou Doumbia zu einem absoluten Topclub transferiert wird. International Konkurrenzfähig Die Vereine aus dem Osten Europas sind in den letzten Jahren so erfolgreich, wie nie zuvor in den europäischen Wettbewerben. 2005 gewann ZSKA Moskau den UEFA-Cup. Diese Kunststück wiederholte Zenit St. Petersburg drei Jahre später, ebenso wie Schachtar Donezk 2009. In der Champions League konnten sich die osteuropäischen Teilnehmer von Jahr zu Jahr steigern. Erreichte 2008/2009 noch kein Klub aus dem Osten den Achtelfinal, änderte sich dies in den letzten Jahren. Vor zwei Jahren scheiterte ZSKA Moskau ebenso erst im Viertelfinale, wie im Jahr darauf Schachtar Donezk. Die Ukrainer gingen erst gegen den späteren Gewinner FC Barcelona als Verlierer vom Platz, nach dem sie bis dahin in der Champions League souverän aufgespielt hatten. In dieser Saison sind mit dem ZSKA Moskau und Zenit St. Petersburg sogar zwei russische Vereine in den Achtelfinals vertreten. In der offiziellen Länder-Koeffizientenliste belegen Russland und die Ukraine die Ränge 7 und 8, was sie vor Holland, Griechenland und der Türkei klassieren lässt. Nur gerade die grossen Ligen (England, Spanien, Deutschland, Italien, Frankreich) und Portugal waren in den letzten fünf Jahren international erfolgreicher als die Osteuropäer. Mehmedi kann viel profitieren Der Wechsel von Admir Mehmedi erscheint auf den ersten Blick zwar fragwürdig, auf den zweiten macht er aber durchaus Sinn. Klimatisch hätte er es vielleicht besser treffen können, fussballerisch ist es aber ein Schritt nach vorne. Die ukrainische Liga ist vor allem an der Spitze höher einzustufen als die hiesige. Diese Aussage wird von der Cub-Koeffizientenliste der UEFA bestätigt. Dort steht Schachtar Donezk auf dem 12. und Dynamo Kiew auf dem 29. Rang. Zum Vergleicht: Der FC Basel ist aktuell an 37. Stelle, der FC Zürich gar nur an 83. anzutreffen. Der Fussball der ehemaligen Sowjetunion hat sich durch äussere Einflüsse verändert. Das grosse Vorbild ist der englische, nicht umsonst heisst sowohl der russische als auch der ukrainische Meisterschaftsbetrieb Premjer Liga. Den Einfluss der vielen Brasilianer und Afrikaner lässt den sowjetisch-englischen Fussball technisch versierter und offensiver gestalten. Eine Mischung, die für einen Offensivspieler ideal ist, um sich auf eine Topliga vorzubereiten. Mit dem Club Dynamo Kiew hat Mehmedi bestimmt keine schlechte Wahl getroffen. Neben dem ehemaligen Xamax-Stürmer Ideye Brown trifft der 20-Jährige auf die lebende Kiew-Legende Andrij Schewtschenko, welcher Mehmedi den einen oder anderen Trick beibringen kann. Mit der Konkurrenz von Brown, Schewtschenko und den ukrainischen Nationalstürmern Andrij Jarmolenko und Artem Milewskyj wird es für Mehmedi aber kein Leichtes sein, einen Stammplatz zu erobern. Wenn ihm dies aber gelingen sollte, und er sich beim ukrainischen Topclub durchsetzen könnte, wird Admir Mehmedi bald auf der ganz grossen Bühne zu bewundern sein. |
Der FC Basel dominiert die Meisterschaft seit einem Jahrzehnt. kurzpass.ch blickt auf die erfolgreichsten Jahre der Clubgeschichte zurück.
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