Vier Tessiner sind drei zu viel |
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Seit dieser Saison ist kein Club aus dem Tessin erstklassig. Gleich vier Vereine spielen jedoch in der Challenge League. Erfolgspotenzial wäre im wärmsten Kanton der Schweiz also zweifellos vorhanden – und eine Fusion eventuell die beste Lösung.
Voraussehbarer Absteiger Als Bellinzona im Sommer in der Barrage gegen Servette den Abstieg hinnehmen musste, war dies den meisten Medien nur eine Randnotiz wert. Der Grossteil der Schweizer Fussballfans erfreute der Gedanken, in die Weltstadt Genf statt ins beschauliche Bellinzona zu reisen. In den drei Super-League-Saisons holten die Tessiner genau 100 Punkte – davon alleine 43 in der ersten Saison nach dem Aufstieg. Diese Punktzahl reichte für den 6. Schlussrang, mit dem die ganze Fussballschweiz überrascht wurde. Auf die beste Klassierung seit 1957 folgten zwei Abstiegskämpfe, die jeweils in der Barrage endeten. In der ersten davon konnte man sich gegen den Kantonsrivalen Lugano noch retten – gegen den 18-fachen Schweizer Meister Servette stieg man ein Jahr später aber ab. Aufstieg mehrfach vermasselt Der FC Lugano ist der zweite Topverein des Sonnenkantons. Seit dem Konkurs und der darauffolgenden Fusion mit Nachbarverein Malcantone Agno im Jahr 2002, warten die Schwarz-Weissen darauf wieder erstklassig zu spielen. Seit Jahren wird die Challenge League von den Luganesi und deren grössten Konkurrenten dominiert – zum Aufstieg reichte es indes nie. Immer vergeigten es die Kicker vom Cornaredo noch. Gleich zweimal verlor man die Barrage – 2009 gegen den FC Luzern und 2010 im Derby gegen die ACB. In der letzten Saison wurde sogar die Barrage verpasst, obwohl der Vorsprung auf den dritten Rang zwischenzeitlich bis zu elf Punkten betragen hatte. In der laufenden Meisterschaft zeigen sich die Luganesi aber weniger erfolgreich als zuletzt. Aktuell belegt man nur den 5. Rang, allerdings mit einem geringen Abstand zum Barrageplatz. Die Underdogs überraschen Die momentane Nummer Zwei des Tessins ist völlig überraschend der FC Chiasso. Erst seit der letzten Saison sind die Grenzstädter wieder in der Challenge League vertreten. In der Vorrunde reihten die Rot-Blauen Sieg an Sieg und liegen daher – mit einem Punkt Rückstand auf die Barrage – auf dem vierten Rang. Vom Aufstieg in die Super League träumt in Chiasso aber (noch) niemand. Das langjährige Sorgenkind der Tessiner ist der FC Locarno. Seit Jahren kämpft der Club um den Ligaerhalt. 2009 wäre man sogar abgestiegen, wenn sich der FC La-Chaux-de-Fonds und Concordia Basel nicht zurückgezogen hätten. In der diesjährigen Todessaison – es steigen sechs Mannschaften ab – vermeiden die Kicker aus Locarno die Abstiegsplätze allerdings gekonnt. Aktuell liegt man auch dank den Treffern von Topskorer Sadiku Armando auf dem 9. Rang. Gute Gesamtbilanz Gesamthaft lässt sich also durchaus eine positive Bilanz für den Tessiner Profifussball ziehen. Als einziger Kanton der Schweiz besitzt das Tessin vier Mannschaften in der Swiss Football League. Drei davon spielen um den Aufstieg in die oberste Liga, während die vierte auch positiv überrascht und die Todessaison wohl überleben kann. Ein absoluter Topclub fehlt im Tessin aber. Die beiden erfolgreichsten, Lugano und Bellinzona, gelten als typische Liftklubs – zu gut für die eine und zu schwach für die andere Liga. Sportlich würde eine Fusion dieser beiden – wenn nicht gar allen vier Profivereinen – durchaus Sinn ergeben. Fusion brächte viele Vorteile Im Tessin gibt es bereits zwei erstklassige Eishockeyvereine. Dabei kämpft der HC Ambri-Piotta seit Jahren ums Überleben, da potenzielle Investoren und finanzstarke Sponsoren fehlen. Ähnlich präsentiert sich der Fall auch im Fussball. Bei einer allfälligen Fusion würden sich die Tessiner Fussballvertreter immerhin nicht mehr um Geldgeber duellieren müssen. Mit der gebündelten Finanzstärke und der Nachwuchstalente – die momentan häufig ins nahgelegene Italien wechseln – könnte eine Super-League-Mannschaft so gut wie garantiert und ein Team aufgebaut werden, das Titel holen könnte. Zu Stolz für eine Fusion Für solche Träumerein sind die Tessiner nicht zu haben. Zu stolz sind die Städte, Vereine und vor allem deren Fans. Lugano und Bellinzona sind seit jeher verfeindet, daher könnten die beiden Fangruppierungen den Schritt nicht nachvollziehen. Ein Heimspiel im Cornaredo könnten die Bellenzer genau so wenig verkraften, wie ein Luganesi eines im Communale. Sportliches Wohl hin oder her. Eine Fusion im Tessin steht solange nicht zur Debatte, wie sie nicht absolut notwendig würde. Die nähere Zukunft sieht damit so aus: Die vier Tessiner mischen weiter die Challenge League auf, in der höchsten Spielklasse werden sie aber höchstens One-Day-Hits sein. |
Der FC Basel dominiert die Meisterschaft seit einem Jahrzehnt. kurzpass.ch blickt auf die erfolgreichsten Jahre der Clubgeschichte zurück.
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Kommentare
Ganz einfach, weil du nicht denkst und lebst wie ein Fan, der sein letztes Hemd für seinen Verein gibt...
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