Königlicher Leerlauf |
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Die Champions League gastierte in Zürich und war dabei vor allem eines: Ein gut inszeniertes Medienereignis. Trotz fussballerischer Magerkost bot der Abend einiges an Spektakel. Kein Zürcher Fussball-Wunder Sind wir ehrlich: Sportlich gab der Champions-League-Gastauftritt der Bayern in Zürich nichts her. Selbst die hartgesottensten FCZ-Fans, die vor dem Spiel noch an ein «Wunder von Zürich» glaubten, mussten nach 7 Minuten und Mario Gomez’ 0:1 einsehen: Gegen diese Bayern war einfach nichts zu holen. Die restlichen gut 80 Minuten boten magere Fussballkost. Die einen wollten nicht, die anderen konnten nicht – jeder Fussballkenner weiss, dass das eine verheerend spannungsarme Kombination ist. Doch trotz des sportlichen Leerlaufs bot die Königsklasse Spektakel. 23'600 Zuschauer strömten in den Letzigrund und zeigten eindrücklich, dass die viel gescholtene «Rostlaube» durchaus auch als Fussballstadion etwas taugt. Beim Einmarsch der Spieler, als die Champions-League-Hymne aus den Boxen erklang und sich die beiden Fanlager mit Sprechchören gegenseitig akustisch zu übertrumpfen versuchten, kam regelrechte Gänsehautstimmung auf. Während des Spiels dann war es im Letzigrund endlich wieder einmal so laut, dass die Pfiffe des Schiedsrichters im Publikums-Lärm völlig untergingen. Und es brauchte wenig – eine technische Finesse Franck Ribérys etwa, oder ein gelungener Spielzug des Heimteams –, um die Masse im Stadionrund zum kollektiven Aufschreien zu bringen. Wer schon Super-League-Partien vor gut gezählten 4'000 Zuschauern in diesem Stadion miterlebt hatte, dem kam es vor wie Tag und Nacht. Bayrische Nettigkeiten Während auf dem Rasen das Ereignis nach 90 Minuten vorbei war, ging es in den Katakomben nach dem Schlusspfiff erst richtig los. Mehr als 200 Medienschaffende stürzten sich im Bauch des Stadions auf die Spieler und die beiden Trainer. Einmal mehr zeigte sich, dass die Champions League eben vor allem eins ist: ein Medienereignis. Die Bayern-Profis spulten das Programm professionell herunter und verteilten dabei auch ein paar Nettigkeiten an den besiegten Gegner: «Die Zürcher waren technisch gut geschult, auch die Standards haben mir gefallen», meinte etwa der deutsche Nationalspieler Thomas Müller. «Nur die Durchschlagskraft, der Zug zum Tor hat ihnen etwas gefehlt.» Auch Captain Philipp Lahm unterstrich: «Man hat schon gemerkt, dass gewisse Qualität da ist. Hätte der FCZ das 1:0 geschossen, wäre mit dem Publikum im Rücken alles möglich gewesen. Deshalb war das frühe Tor für uns sehr wichtig.» Alles nett gemeint, doch Torschütze Mario Gomez hielt dann doch noch fest: «Wir können besser spielen als heute. Zürich ist natürlich nicht der Massstab für uns.» «Es war einfach geil!» Für die Bayern ist es Alltag, für die meisten FCZler war dieser gigantische Medienrummel allerdings ziemlich ungewohnt. Und für einen war er gar ganz neu: Maurice Brunner, 20-jähriger Mittelfeldspieler der Zürcher U21 gab sein Debüt in der ersten Mannschaft ausgerechnet beim Knaller gegen die Münchner. Entsprechend leuchteten seine Augen nach dem Spiel, trotz der FCZ-Niederlage. Urs Fischer bewies Experimentierfreude und wechselte den unerfahrenen Nachwuchsmann in der 66. Minute für den blassen Dusan Djuric ein. Der Blondschopf absolvierte die verbleibende halbe Stunde unauffällig, aber abgeklärt. Nervosität war ihm jedenfalls nicht anzumerken. Dennoch konnte er nach der Partie noch nicht ganz fassen, was gerade geschehen war: «Mein erstes Spiel gleich vor einem vollen Stadion und vor allem in der Champions League: Es ist unglaublich!», sagte Brunner gegenüber kurzpass.ch. «Die Stimmung war wunderbar», fügte er an, und meinte trotz dem Ausscheiden seines Klubs: «Es war einfach geil!»
Medienrummel im Bauch des Letzigrunds: Bayernstürmer Mario Gomez nimmt sich Zeit für die Heerschar von Journalisten. Hier gehts zu allen Bildern des Spiels. |
Der FC Basel dominiert die Meisterschaft seit einem Jahrzehnt. kurzpass.ch blickt auf die erfolgreichsten Jahre der Clubgeschichte zurück.
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