Bye Bye Europa League?

Die Europa League ist bei vielen Teams unbeliebt. Deshalb überlegt sich die UEFA die Abschaffung des Turniers und eine Vergrösserung der Champions League.

Trostlose Angelegenheit

Es ist ein Mittwochabend mitten im Dezember. Der FC Zürich spielt im kalten Letzigrund seine letzte Europa League Partie in dieser Saison. Bereits vor dem Spiel steht fest, dass der FCZ die Sechzehntelfinals nicht mehr erreichen kann. Vom Gegner hat vor dieser Saison kaum jemand etwas gehört, es ist Vaslui aus Rumänien. Das Stadion ist beinahe leer, nur die treusten der Fans sind gekommen. Die Zürcher gewinnen zwar 2:0, doch so richtig freuen kann sich darüber niemand. Es ist eine ziemlich trostlose Angelegenheit, insbesondere wenn man die Partie mit dem glanzvollen Sieg des FC Basel gegen Manchester United eine Woche zuvor vergleicht.

Probleme der Europa League

Die Begegnung zwischen dem FCZ und Vaslui ist natürlich nur ein Beispiel, das stellvertretend für die ganze Europa League steht. Wenn dann doch mal grössere und bekanntere Vereine in der Europa League spielen, setzten diese oft nur eine B-Mannschaft ein. Die Europa League ist für sie einfach zu unattraktiv, es lässt sich damit zu wenig Geld verdienen.

Dabei wurde die Europa League erst vor drei Jahren neu geschaffen. Sie trat anstelle des zuvor ausgetragenen UEFA-Cups. Die grosse Neuerung ist, dass seither die Gruppenphase neu in Vierergruppen mit Hin- und Rückspiel gegen jede Mannschaft ausgetragen wird. Die zwei besten Teams kommen dabei in die nächste Runde. Zuvor spielten die Teams in Fünfergruppen gegen jeden Verein nur einmal, das Los entschied gegen wen man Heimrecht hatte. Drei der fünf Teams kamen weiter.

Für die Klubs ist die neue Europa League sicherlich attraktiver, da sie ein Heimspiel mehr haben und da die Möglichkeit, dass sie gegen attraktive Gegner nur auswärts antreten müssen, nicht mehr besteht. Doch so richtig glücklich macht sie immer noch keinen.

Grössere Champions League

Der UEFA gefällt dies natürlich gar nicht. Deshalb gibt es Pläne zur Abschaffung der Europa League. Diese wurden zuletzt bei einem Meeting der UEFA anfangs Dezember in Venedig angesprochen.

Eine durchaus vorstellbare Variante wäre die Aufstockung der Champions League auf 64 Teams, also doppelt so viele wie bis anhin. Die Europa League würde komplett wegfallen. In 16 Vierergruppen würden dann jeweils der Gruppensieger sowie der Gruppenzweite die nächste Runde erreichen. Das wären dann nicht wie bisher die Achtelfinals, sondern die Sechzehntelfinals.

Nebst der Unattraktivität der Europa League gibt es jedoch noch einen weiteren Grund für den geplanten Systemwechsel. Seit der Reform der Champions-League-Qualifikation im Jahr 2009 ist es für Vereine aus kleineren Ländern einfacher, in die Champions League zu kommen. Für diese Länder ist dies natürlich toll, die grossen Länder stören sich aber daran. Vereine wie Tottenham oder Schalke müssen in der Europa League spielen, während Teams wie Otelul Galati oder Dinamo Zagreb in der Champions League antreten dürfen und dort chancenlos sind.

Folgen für die Schweiz

Mit der neuen grösseren Champions League hätten die grossen Nationen wieder mehr Teilnehmer. Doch was bedeutet dies für kleinere Länder wie zum Beispiel die Schweiz? Wenn man Champions League und Europa League Teilnehmer zusammenrechnet kommt man im Moment auf 80 Mannschaften. Mit dem neuen System wären es dann nur noch 64. Konkret heisst dies, dass im Schnitt weniger Schweizer Teams international spielen könnten.

Betroffen sind davon vor allem kleinere Klubs wie Thun oder Luzern, die sich bisher immerhin ab und zu mal für die Europa League qualifiziert haben. Dieser Qualifikationsplatz würde dann wohl wegfallen. Für Vereine, welche sich stets in den vorderen Rängen befinden, wie Basel oder YB, wäre die Qualifikation zur Champions League dafür sehr einfach. Sogar das Überstehen der Gruppenphase wäre keine Sensation mehr, denn zumindest der FC Basel war in den letzten vier Jahren drei Mal unter den besten 32 Teams Europas vertreten. Zudem hätten Schweizer Teams, die sich bisher nicht für die Champions League qualifizieren konnten, die Möglichkeit auf grosse Teams wie Manchester United oder Barcelona zu treffen.

Gefahr der Langeweile

Ob die Champions League dann noch spannend ist, ist eine andere Frage. Denn wenn anstelle von Zürich der FC Bayern München gegen Vaslui spielen muss, könnte die neu geschaffene Champions League schnell langweilig werden. Der Fussball lebt von Überraschungen. Doch wenn der Unterschied zwischen den Teams zu gross wird, ist die Chance darauf sehr gering. Eine andere mögliche Folge wäre, dass Topteams nur mit B-Mannschaften auflaufen würden. Doch genau dies ist das Problem der heutigen Europa League.

Fest steht, dass die TV- und Werbeverträge der Champions League und der Europa League erst 2015 ablaufen. Bis dann bleibt noch alles beim Alten.

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Der FC Basel dominiert die Meisterschaft seit einem Jahrzehnt. kurzpass.ch blickt auf die erfolgreichsten Jahre der Clubgeschichte zurück.

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