Fussball und Olympia: Sie werden wohl nie Freunde |
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Erstmals seit 88 Jahren ist die Fussball-Schweiz wieder bei Olympia dabei. Nach Bekanntgabe des Kaders brodelt es aber gewaltig, denn die Clubs wollen ihre Stars nicht abgeben. Warum Fussball und Olympia irgendwie nicht zusammen passen. Immerhin da ist die Schweiz dabei Wer ist Olympiasieger im Fussball von 2008? Argentinien. Wenn du das nicht gewusst hast, ist dies nicht weiter schlimm. Und wenn dus wusstest, bist du bestimmt ein absoluter Messi-Fan. Aber wer ist denn Olympia-Rekordsieger im Fussball? Brasilien? Argentinien? Deutschland? Nein. Ungarn. Dass du dies nicht gewusst hast, ist nicht erstaunlich. Für die Vielzahl der Fussballbegeisterten sind die Olympischen Spiele nämlich in etwa so attraktiv wie Eishockey im Sommer. Dennoch werden uns die Olympischen Spiele in diesem Jahr nicht ganz so kalt lassen, wie dies in der Vergangenheit der Fall war. Die Schweiz ist nach dem Vize-Europameistertitel der U21 im vergangenen Jahr erstmals seit dem Silber-Medalliengewinn von 1924 für das Olympische Fussballturnier qualifiziert. Nachdem wir die Europameisterschaft verpassten, ist dies immerhin ein kleiner Trost. Am Dienstag an einer Presskonferenz gab Olympia-Trainer Tami sein Kader bekannt. Es besteht Grösstenteils aus dem Stamm der EM-U21-Mannschaft, verstärkt mit Valon Behrami und Diego Benaglio, welcher die Captain-Binde trägt. Ebenfalls nicht mehr ein U23-Spieler ist Timm Klose, er war aber bereits an der U21-EM Abwehrchef der Schweizer Mannschaft. Überraschungen blieben grösstenteils aus. Granit Xhaka stand im Gegensatz zum neuen Bayern-Spieler Xherdan Shaqiri im ursprünglichen Aufgebot. Bei Shaqiri habe Tami keine Motivation für die olympischen Spiele gespürt, begründete dieser an der Pressekonferenz. Favre droht – Xhaka nicht dabei Nicht alle Vereine wollen ihre Spieler freigeben, da während des Turniers bereits die meisten Meisterschaften angelaufen sind. Granit Xhaka steht zwar in Tamis Aufgebot, aber er wird wohl an Olympia nicht auflaufen. Xhaka und auch sein neuer Trainer Favre sollen laut Aussage Tamis eine mündliche Zusage gegeben haben. Nun soll Favre Tami angeblich gedroht haben: «Wenn Xhaka nach London geht, wird er bis im Winter nicht für Gladbach spielen.» Zwar ist dies nicht anzunehmen, da Xhaka mit 8,5 Millionen Euro der teuerste Borussia-Transfer aller Zeiten ist. Und doch muss Tami diese Aussage ernst nehmen, denn wenn Xhaka keine Einsatzzeit erhielte, hätte dies Auswirkungen auf die A-Nationalmannschaft. Der SFV gab am Sonntag bekannt, dass Xhaka definitiv nicht mit an die Spiele reisen wird. Intressant ist dabei, dass Gladbach den neu verpflichteten Innenverteidiger Alvaro Dominguez für das spanische Olympia-Team zur Verfügung stellt. Es scheint fast so, als würde da mit anderen Ellen gemessen werden. Auch die AC Fiorentina gab nach der Bekanntgabe des Schweizer Aufgebots laute Töne von sich. Man müsse und wolle Behrami nicht abgeben. Im Gegensatz zu Gladbach und Xhaka muss die Fiorentina Behrami nicht abgeben. Denn Spieler, die älter als 23 Jahre alt sind müssen die Spieler für Olympia nicht freistellen. Tami soll allerdings auch hier eine mündliche Vereinbarung besitzen. Dass Behrami aber im Schweizer Dress auflaufen word, scheint momentan eher unwahrscheinlich. Bereits 2008 gab es Probleme Das «Problem» Olympia kennen auch die Topnationen. Vor vier Jahren bei den Sommerspielen in Peking gab es heftige Diskussionen um den Argentinier Lionel Messi (FC Barcelona) und die Brasilianer Diego (damals Werder Bremen) und Rafinha (Schalke 04), da diese ohne Erlaubnis der Vereine an die Olympischen Spiele reisten. Schalke und Bremen waren deswegen vor den internationalen Sportsgerichtshof (CAS) gezogen. Darauf wurde die Entscheidung gefällt, dass U23-Spieler von den Vereinen freigegeben werden müssen. Wenn aber die Spieler selber auf einen Einsatz bei Olympia verzichten, wie dies im Fall von Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka der Fall ist, kann der Verband natürlich nichts ausrichten. Die Olympischen Spiele sind für die Talente eine grosse Chance sich international zu empfehlen. Scouts der ganzen Welt werden auch in diesem Jahr wieder nach London strömen um dem Olympischen Fussballturnier beizuwohnen. Die Vereine vertreten allerdings ganz andere Interessen. Warum eigentlich U23? Bis 1928 hatte das Olympiaturnier den Stellenwert einer Weltmeisterschaft. Nachdem diese 1930 eingeführt wurde, liess das Interesse an den Olympischen Fussballwettbewerben deutlich nach. Diese wurde noch dadurch verstärkt, da nur Amateure an den Olympischen Spielen zugelassen wurden und der Fussball immer mehr verprofessionalisiert wurde. Dies hatte zur Folge, dass die besten Spieler der Länder nicht mehr spielberechtigt waren und das Niveau dementsprechend sank. Bis 1980 waren offiziell nur Amateurspieler berechtigt, dazu zählten auch die sogennanten «Staatsamateuren» der Ostblock-Staaten, wodurch diese in der Regel mit ihren A-Nationalmannschaften antreten konnten. Dies führte zu grossen Leistungsunterschiede, gegenüber den westlichen Ländern, welche einen Profibetrieb besassen. Die Ostblockstaaten, welche in den grossen Endrunden meist wenig erfolgreich waren, stellten daher nach dem Weltkrieg bis 1988 acht mal den Olympiasieger. Erst 1984 wurden erstmals Profifussballer zugelassen, da die Olympischen Fussballspiele weiter an Bedeutung verloren hatten. Als Kompromiss mit der FIFA, die gegen Profifussballer an den Sommerspielen war, einigte sich der IOC darauf, dass Nationalmannschaften der UEFA und der CONMEBOL (Südamerika) nur Profis aufstellen durften, die bis dato noch an keiner Fussball-Weltmeisterschaft teilgenommen hatten. Diese Regel wurde 1992 durch eine Altersbeschränkung von 23 Jahren ersetzt. Jede Mannschaft darf allerdings drei ältere Spieler einsetzen. Die FIFA war stets dagegen, als sich der IOC zum Ziel gemacht hat, die Olympischen Turniere mit Weltklassenfussball aufzupeppen. Die FIFA will ihre Wettbewerbe wie die Weltmeisterschaft natürlich nicht gefährden. Kleines Turnier mit grossen Spielern Zwar wurden nicht alle Olympischen Fussballturniere in der Vergangenheit auf Weltklassenniveau bestritten, in diesem Jahr scheint das Turnier aber vielversprechend. Nicht nur, dass immer jüngere Spieler in den absoluten Weltklassemannschaften spielen, auch die drei Älteren der Mannschaften sind absolute Hochkaräter. Vor allem Brasilien gilt mit seinem Aufgebot als absoluter Turnierfavorit. Mit Hulk, Pato und Neymar stehen absolute Weltklassespieler in den Reihen der Brasilianer. Auch die Spanier zählen zu den Favoriten. Im letzten Jahr wurden sie U21-Europameister und mit Juan Mata und Jordi Alba spielen aktuelle Europameister in den Reihen der Spanier. Und nicht zuletzt darf auch die Schweizer Equipe nicht vergessen werden. Wir feiern zumindest mit, denn auch ohne Xhaka, Shaqiri und Behrami könnte die Schweizer Mannschaft einen ähnlichen Exploit wie an der letztjährigen U21-EM landen. |
Hermann Burgermeister ist die Seele des FC Zürich. kurzpass.ch erzählt er, warum er seinen Club lieber im Hardturm spielen sähe, weshalb er Waschmittel im Denner kauft und wie er die Gunst der Fans gewonnen hat.
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