Burim Kukeli – die Geschichte eines Geringgeschätzten

Eine überragende Vorrunde scheint beim FC Luzern kein Argument für eine Vertrags-Verlängerung zu sein: Der im Sommer endende Kontrakt mit Burim Kukeli wurde noch nicht erneuert. kurzpass.ch erzählt die Geschichte eines Geringgeschätzten.

Plötzlich nach oben

Kukeli meisterte relativ spät den Sprung in die höchste Schweizer Fussballliga. Lange spielte der Mittelfeldakteur in den unteren Ligen, zuletzt beim FC Schötz. Der Wechsel im Alter von 24 Jahren in die Nationalliga A ist aussergewöhnlich. Nur wenige Spieler schaffen diesen Sprung noch in diesem fortgeschrittenen Alter. Kukeli gab in der «Neuen Luzerner Zeitung» denn auch zu Protokoll: «Ich habe vier, fünf Jahre in den unteren Ligen verschenkt. Ich war im Kopf einfach noch nicht bereit für die Super League und habe auf die falschen Ratschläge gehört.»

Die Anfangszeit beim FCL war nicht einfach für Kukeli. Lange wurde er von Verletzungen geplagt. Er musste sich einer Meniskus- und einer Knorpeloperation unterziehen. Erst nach dem Abgang von Milan Gajic zum FC Zürich bekam Kukeli seine Chance in der ersten Mannschaft. Sein ehemaliger Trainer Fringer war angetan vom aggressiven Mittelfeldspieler. Mit dem Abgang von Rolf Fringer endete dann aber auch die Stammplatzgarantie von Kukeli und die Wertschätzung ihm gegenüber.

Mit Yakin kamen die Probleme

Nach dem Trainerwechsel veränderte sich die Position von Kukeli in der Mannschaft. Neben Publikumsliebling Ianu wurde ihm ein Wechsel noch vor Saisonbeginn nahegelegt. Auch schien sich Kukeli in dieser Phase nicht wohl zu fühlen. Bezeichnenderweise fand er sich an den ersten Spieltagen auf der Bank wieder. Dem genauen Beobachter brannte sich im Spiel des FC Luzerns Ende Oktober auswärts gegen Neuenburg Xamax folgende Szene ins Gedächtnis: Kukeli lief sich an der Seite ein, während die Leuchten das siegbringende Tor verbuchen konnten. Bei der nachfolgenden Jubelszene, die in unmittelbarer Nähe zur Seitenlinie, an der Kukeli sich aufwärmte, geschah, war die Irritation zwischen Mannschaft und Kukeli augenfällig. Der Kosovare konnte sich kaum überwinden in den Jubel einzustimmen. Erst Alain Wiss integrierte ihn in den Jubel.

Kukeli bewies darauf jedoch ein weiteres Mal, dass er ein «Fighter» ist und kämpfte sich in die erste Mannschaft zurück. Nach wenigen Spieltagen war er wiederum ein Leistungsträger und Stammspieler. Seine, im Vergleich zu Rolf Fringers Taktik, offensivere Ausrichtung interpretiert er hervorragend.

Ein Liebling der Fans

Bei den Fans geniesst Burim Kukeli grosses Ansehen. Sein Wille und seine Kämpferqualitäten sowie seine ausgesprochene Leistungsbereitschaft werden goutiert. So trat die Ultra-Gruppierung «Nord-Boyz» während geraumer Zeit als persönlicher Sponsor von Kukeli in der Matchzeitung des FC Luzerns auf, was einer Adelung des Spielers durch die Fans gleichkommt. Auch das Verhalten von Kukeli imponiert. Er bewirtschaftet damit nicht die klassischen Stereotype eines erfolgreichen Fussballers. Wenn er sich mit seinem bescheidenen Fahrzeug, einem Smart, auf dem Trainingsgelände zeigt, sind eklatante Unterschiede zu den meisten anderen Spielern sichtbar.

Nach guten Leistungen äusserte sich auch Trainer Yakin mehrmals positiv über das Spiel von Kukeli. Er artikulierte sich auch dahingehend, dass der defensive Mittelfeldspieler einen neuen Vertrag verdient hätte. Trotzdem gibt es von Seiten des FC Luzerns, insbesondere des Präsidenten Walter Stierli, keine Zeichen, die in diese Richtung gedeutet werden können. Bereits im Sommer wurde dem Spieler Druck aufgesetzt, den Verein zu verlassen. Klar ist aber auch, dass der FC Luzern gerade im defensiven Mittelfeld quantitativ wie auch qualitativ gut besetzt ist. Neben Kukeli buhlen Hochstrasser, Wiss, Renggli und die talentierte Nachwuchskraft Kryeziu um die Plätze im zentralen Mittelfeld.

Aber wieso gerade hier Kukeli den Sessel räumen sollte, ist nicht nachvollziehbar. Mit seinen Leistungen in der ersten Saisonhälfte war er klar der beste zentrale Mittelfeldspieler der Luzerner.

Die Balkanfraktion bröckelt

In der Mannschaft bildeten die Spieler mit Herkunft im Balkan, allen voran Veskovac, Zverotic, Puljic und Kukeli in den zwei vorhergehenden Spielzeiten eine verschworene Gemeinschaft. In der Presse wurde oft von der «Balkanfraktion» gesprochen. Diese Gemeinschaft steht scheinbar vor der Auflösung.

Bereits im Sommer verliessen die Verteidiger Veskovac und Zverotic den Verein Richtung Hauptstadt. Ersterer wurde sogleich Stammkraft in der Verteidigung der Berner Young Boys. Auffallend ist, dass Zverotic, Veskovac und auch Kukeli vom gleichen Berater betreut werden. Dass nun nach Zverotic und Veskovac nun auch Kukeli den Verein verlassen könnte, kann durchaus mit dem Berater zusammenhängen. Dagegen spricht jedoch, dass auch weitere FCL-Spieler den gleichen Berater haben.

Kukeli ist eine Bereicherung

Nach den guten Leistungen von Kukeli in der ersten Saisonhälfte wäre ein Umdenken angebracht. Mit Ausnahme des FC Basel wäre Kukeli bei jedem Verein eine Bereicherung und hätte gute Chancen auf einen Stammplatz. Nichtdestotrotz gibt man sich beim FCL bei der Personalie Kukeli wortkarg. Ist es wie in einer Liebesbeziehung? Die Bedeutung des Gegenübers wird erst bei seiner Absenz erkannt? Es ist zu hoffen, dass es im Fall von Burim Kukeli nicht so enden muss.

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Kommentare  

 
#2 Yakin raud 2012-04-18 16:33
Dummer fcl die leute zu verkaufen die für die mannschaft spielen und nicht nur für sich selbs!! Munti bleib in st gallen... Du bist flasche leer
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#1 Nord boyz 2012-01-11 21:57
Burim hat die besten trainingswerte beim fc luzern und evtl sogar in der ganzen super league, er überrundet bei jedem lauftraining alle minimum 1x!! Er hilt seinen mitspielern so viel auf dem fel ist wahnsinn. Er muss bleiben!
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