Das Basler «Märchen» |
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Der FC Basel enteilt der nationalen Konkurrenz, brilliert europäisch und tanzt trotz heiklem und zeitlich ungünstigem Trainerwechsel immer noch sehr erfolgreich auf allen drei Hochzeiten. Das hat ganz verschiedene Gründe. Der Erfolg hat viele Väter Von «einem kleinen Märchen» schrieb die Basler Zeitung am Mittwoch. Märchen erzählen zwar von wundersamen Begebenheiten, sind aber in aller Regel frei erfunden und weder zeitlich noch örtlich festgelegt. Aber dieses Märchen ist real und findet seit einigen Wochen in Manchester oder Lissabon oder Bukarest statt, ganz egal wo der FC Basel spielt. Dabei stand der Meister im August nach einem katastrophalen Saisonstart mit nur sechs Punkten aus ebensovielen Spielen auf Platz 8 der Super League und sah sich grosser Kritik ausgesetzt. Bald darauf verloren die «Bebbis» ihren Trainer an den Hamburger SV, Thorsten Fink konnte sich den Mechanismen des Geschäfts nicht entziehen und kehrte durchs grosse Schaufenster in die Heimat zurück (kurzpass.ch berichtete). Wer dem Verein da den schleichenden Niedergang prophezeite, der irrte ganz gewaltig. Der FC Basel hat nach wie vor das grösste Budget, die beste und ausgeglichenste Mannschaft sowie die zahlreichste Anhängerschaft der Schweiz, eine tiefe Verwurzelung in der Stadt und Region und die kompetenteste Vereinsführung des Landes. Glückliche Entscheidungen Das zeigt sich nicht nur an Vize-Präsident Bernhard Heuslers - im Gegensatz zu anderen Protagonisten - besonnenen und differenzierenden Aussagen zum aktuellen Thema «Fans und Gewalt» oder an geschickten Transfers, die zusammen mit Chef-Scout Ruedi Zbinden abgewickelt werden, sondern auch an einer langfristigen Strategie und einem Händchen für richtige Personalentscheidungen. Der damals noch eher unerfahrene Thorsten Fink folgte nach einer riskanten und mutigen Entscheidung auf den langjährigen Erfolgstrainer Christian Gross.
Als Fink im Oktober ging, stieg Assistenztrainer Heiko Vogel zum Cheftrainer auf. Auch diese Wahl war mit einigem Risiko verbunden, und der Boulevard sah bereits Luzern-Trainer Murat Yakin als potenziellen Nachfolger. Doch Vogel kannte die Mannschaft bereits sehr gut, wollte seine Chance nutzen und wusste vor allem die Führungsspieler hinter sich, die sich vehement für Vogel einsetzten und dies nach wie vor bei jeder sich bietenden Gelegenheit tun. Besonders Captain Marco Streller machte sich für Vogel stark und stärkte dem eigentlichen «Interimstrainer» in jedem Interview den Rücken.
Vogels Perspektiven Vogel war nachwirkend betrachtet die ideale Nachfolge, die Resultate geben ihm Recht. National gewann er sämtliche Spiele (fünf in der Meisterschaft – darunter die schweren Auswärtsspiele in Zürich und Sion –, sowie das Cupspiel in Schötz), international lässt sich die Bilanz mit einem Unentschieden in Lissabon (und einer Heimniederlage) und dem Sieg bei Otelul Galati ebenfalls sehen. Spannend wird es zu sehen, wie Vogel bei den ersten Rückschlägen reagieren wird. Auch FCZ-Trainer Urs Fischer erlebte eine hervorragende erste Saison und muss sich nun mit harter Kritik auseinandersetzen. Ob Vogel nächste Saison überhaupt noch an der Seitenlinie steht bei Basel, wird in der Winterpause entschieden, wie man in Basel gebetsmühlenartig wiederholt. Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, dass der Deutsche auch im Frühling beim Branchenprimus weiterarbeiten wird, ein Trainerwechsel wäre auch alles andere als logisch und einfach zu erklären. Zumal Vogel den Leader auf hohem Niveau stabilisiert hat und auch der manchmal etwas wackligen Defensive mehr Aufmerksamkeit widmet als Vorgänger Fink, die Abwehr steht nun einiges sicherer als noch vor einigen Wochen. Setzt sich das Märchen fort? Daneben helfen Vogel die Routiniers Beni Huggel, Alex Frei und Marco Streller, die die Achse der ideal zusammengestellten Mannschaft bilden. Die Mischung aus Alt und Jung stimmt, neben den erfahrenen Führungsspielern entwickeln sich junge Talente wie Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri, Fabian Frei oder Yann Sommer prächtig. Erstaunlich viele Einheimische bilden den Stamm des Teams, was auch für die Zukunft der Nationalmannschaft hoffen lässt. Wie gut man Frei und Streller dort brauchen könnte, hat man diesen Herbst in schöner Regelmässigkeit gesehen. Was man fast vergisst: Die beiden eigentlichen Stammspieler Valentin Stocker und Gilles Yapi fehlen seit Monaten aufgrund Verletzungen und erhöhen die Qualität des Kaders nochmals massiv, sobald sie im Frühling zurückkehren. Ob man dann noch in der Champions League vertreten sein wird, zeigt sich am 7. Dezember in der «Finalissima» gegen Manchester United. Den Baslern ist in ihrer aktuellen Form durchaus zuzutrauen, dass sie dem Märchen noch ein weiteres Kapitel hinzufügen werden. |
Der FC Basel dominiert die Meisterschaft seit einem Jahrzehnt. kurzpass.ch blickt auf die erfolgreichsten Jahre der Clubgeschichte zurück.
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