Der FCB: Seit zehn Jahren kaum zu stoppen

Im April 2002 feierte der FC Basel seinen neunten Meistertitel, am letzten Sonntag war es bereits Nummer 15. kurzpass.ch blickt auf die erfolgreichsten zehn Jahre der Basler Vereinsgeschichte zurück.

Saison 2001/02

Erstmals seit 22 Jahren stand der FC Basel am 24. April 2002, nach einem 3:0-Sieg in Bern gegen YB, wieder als Schweizermeister fest. Bereits damals in der Startformation stand ein gewisser Scott Chipperfield, der noch immer beim FCB spielt, ohne in dieser Zeit je den Verein gewechselt zu haben. Chipperfield erlebte mit den Baslern sämtliche Erfolge der Neuzeit und geniesst bei den Fans Kultstatus. Mit Ivan Ergic stand ein weiterer FCB-Spieler in der Startformation, den die Basler Fans wohl nie vergessen werden. Ebenfalls beim FCB spielten damals noch Murat Yakin, Pascal Zuberbühler, Carlos Varela, Herve Tum, Mario Cantaluppi und Massimo Ceccaroni. In Basel wurde der Meistertitel von zehntausenden Fans in der Stadt gefeiert, die Freude kannte keine Grenzen. Wenig später gewann der FC Basel auch noch das Finale im Schweizer Cup gegen die Grasshoppers und holte somit das Double. Es war dies der endgültige Start der Basler Erfolgsgeschichte, acht Jahre nach dem Wiederaufstieg in die NLA und gerade mal ein Jahr nach der Eröffnung des neuen Stadions.

Saison 2002/03

Das Titelrennen verloren die Basler zwar äusserst knapp gegen die Grasshoppers, aber die Saison 2002/03 bleibt dennoch unvergessen. Lange sprach man von der besten FCB-Saison aller Zeiten, was zumindest auf internationalem Parkett bis vor der diesjährigen Saison sicherlich stimmte. Der FCB qualifizierte sich zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte für die Champions League, mit einem 2:0-Sieg gegen das damals noch starke Celtic Glasgow. In der Gruppenphase eliminierte der FC Basel dann Spartak Moskau und Liverpool. Das 3:3 in der letzten Partie der Gruppenphase gegen die Engländer ist bis heute das wohl legendärste Spiel einer Schweizer Clubmannschaft in einem europäischen Wettbewerb. In der Zwischenrunde reichte es für die Basler trotz eines Sieges gegen Juventus und einem Unentschieden gegen ManU nicht für ein Weiterkommen. Überragende Spieler waren Christian Gimenez, Julio Hernan Rossi und Hakan Yakin. Mit einem 6:0-Sieg im Cupfinal gegen Xamax konnte der FCB auch 2003 einen Titel feiern.

Saison 2003/04

Im Schweizer Cup scheiterte der FC Basel bereits im Achtelfinale an den Grasshoppers. Auch im UEFA-Cup schied der FCB nach zwei Niederlagen gegen Newcastle United früh aus. Seither erreichten die Basler aber jedes Jahr mindestens die Gruppenphase des UEFA-Cups oder der Champions League. In der Meisterschaft hingegen dominierten die Basler. Die ersten 13 (!) Partien gewannen die Basler allesamt. Schliesslich betrug der Vorsprung auf das zweitplatzierte YB 13 Punkte, auf das drittplatzierte Servette gar unglaubliche 33 Punkte. Damit holte der FCB seinen zehnten Meistertitel und erhielt somit den ersten Stern, der seither im Logo präsent ist. Gigi Oeri erschien aus diesem Grund an der Meisterfeier in einem speziellen Sternenkostüm. Die Tore beim entscheidenden 2:0-Sieg in Thun erzielten mit Scott Chipperfield und Philipp Degen zwei Spieler, die immer noch beim FCB aktiv sind.

Saison 2004/05

Im Herbst verpasste der FCB die Champions League gegen Inter Mailand deutlich. Die UEFA-Cup Gruppenphase mit den Gegnern Schalke, Feyenoord Rotterdam, Ferencvaros Budapest und Heart of Midlothian überstanden die Basler hingegen und scheiterten erst in den Sechzehntelfinals am späteren französischen Vizemeister aus Lille. Im Schweizer Cup unterlagen die Basler bereits im Achtelfinale dem FC Thun nach Elfmeterschiessen, in dem der heutige Lausanne-Keeper Fabio Coltorti zum Thuner Helden avancierte. In der Meisterschaft konnte der FCB seinen Titel aus dem Vorjahr relativ problemlos verteidigen. Er tat dies mit einem Vorsprung von zehn Punkten auf das zweitplatzierte Thun, welches damit den ersten Schritt in Richtung Champions League machte, die es in der nächsten Saison dann erreichte. Das Highlight der Saison war aus Basler Sicht natürlich der 8:1-Sieg gegen die Grasshoppers. Negativ in Erinnerung bleibt die vollkommen unverhältnismässige und unbegründete Verhaftung und Misshandlung von über 400 Basler Fans am 05. Dezember 2004 in Zürich beim Auswärtsspiel gegen GC, auch bekannt unter dem Namen «Kessel von Altstetten».

Saison 2005/06

Was dem FC Basel in der Saison 2005/06 wiederfuhr, dürfte jedem bekannt sein. Im allerletzten Spiel der Saison hätte dem FCB gegen den FCZ ein Unentschieden genügt. Nach 92 Minuten stand es 1:1. Dann erhielten die Zürcher einen Einwurf, der Schiedsrichter hatte nichts dagegen, dass dieser mindestens 20 Meter weiter vorne ausgeführt wurde und der Rumäne Iulian Filipescu erzielte im Anschluss daran den Siegestreffer für den FCZ. Die unschönen Szenen, die darauf folgten, müssen an dieser Stelle nicht weiter erläutert werden. Die Folge davon waren zwei Geisterspiele für den FCB und drei weitere Spiele mit geschlossener Muttenzerkurve. Im Schweizer Cup scheiterten die Basler wie bereits in den beiden vorhergehenden Jahren im Achtelfinale. Auch im Cup war es der FC Zürich, der den FC Basel besiegte. Das unterhaltsame Spiel im Basler «Joggeli» endete mit einem 4:3-Sieg der Gäste. International zeigte der FCB eine starke Saison, trotz der erneut verpassten Qualifikation zur Champions League (2:1 und 0:3 gegen Werder Bremen). In der UEFA-Cup Gruppenphase musste der FCB einiges Glück beanspruchen. Am letzten Spieltag lagen die Basler gegen Tromsø aus Norwegen zur Pause mit 1:3 zurück. Der benötigte Sieg wurde dann doch noch eingefahren, die Basler kehrten die verrückte Partie und gewannen mit 4:3. Dies reichte aber nicht, der FCB war auf einen Punktgewinn von Strasbourg gegen Roter Stern Belgrad angewiesen. Die Franzosen lagen zehn Minuten vor Schluss mit 0:2 hinten, erzielten dann noch zwei Tore und schossen den FCB damit in die K.O.-Phase. Das fünfte Team der Gruppe war die AS Roma. Im Frühling eliminierte der FCB zuerst Monaco und dann Strasbourg. Im Viertelfinale scheiterte er durch ein Tor in der letzten Minute an Middlesbrough (2:0 und 1:4), was irgendwie zu dieser Saison passte.

Saison 2006/07

In der Hinrunde konnte der FCB nicht überzeugen und fing sich dabei einen Rückstand von zehn Punkten auf den FCZ ein. Der 13. Mai war eindeutig noch nicht vergessen. In der Rückrunde überzeugten die Basler dann und überholten den FCZ gar. Sportlich gesehen wäre der FCB mit einem Punkt Vorsprung Meister gewesen. Da aber der FC St.Gallen im Spiel gegen Zürich einen gesperrten Spieler (Philipp Muntwiler) einsetzte, wurde die Partie, welche 0:0 endete, als Forfaitsieg für den FCZ gewertet. Aus dem einen Punkt Vorsprung des FCB wurde ein Punkt Rückstand, der FCZ war Schweizermeister. Da die Partie am 1. April stattfand, musste das Ganze zumindest den Baslern wie ein schlechter Scherz vorkommen. International enttäuschte der FCB. Er erreichte zwar die Gruppenphase des UEFA-Cups, holte dort aber gegen die Blackburn Rovers, Feyenoord Rotterdam, AS Nancy und Wisla Krakau nur zwei Punkte und schied aus. Unvergessen bleibt eine Szene aus dem Spiel gegen Nancy, welches 2:2 endete. Kurz vor Schluss foulte Basel-Keeper Franco Costanzo einen französischen Angreifer im Strafraum und wurde vom Platz gestellt. Da der FCB nicht mehr auswechseln durfte, ging Mladen Petric ins Tor und parierte prompt den folgenden Elfmeter. Immerhin den Schweizer Cup konnten die «Bebbi»  2007 erstmals nach vier Jahren wieder gewinnen. Daniel Majstorovic erzielte in der Nachspielzeit des Cupfinals gegen Luzern das Tor zum 1:0-Sieg per Penalty.

 



Anzeige
 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren

LESENSWERT

«Dank Völler habe ich eine Rudi-Rente»

Er ist eine deutsche Fernsehlegende mit Kultstatus. Im Interview mit kurzpass.ch rechnet Waldemar Hartmann mit der ARD ab, spricht über die Steueraffäre um Uli Hoeness und lobt seine Wahlheimat Chur.

Werbung

LESER EMPFEHLEN

NEUSTE ARTIKEL

  • «Ich hab vor Freude Blumentöpfe umgeschossen, wenn ein Tor fiel» «Ich hab vor Freude Blumentöpfe umgeschossen, wenn ein Tor fiel»
    Philippe Schmuki ist «Mister Sport» bei TeleZüri. Im Gespräch mit kurzpass.ch erzählt er, was er besser macht als das SRF, warum er bei der Arbeit an seine Mutter denkt und warum er kaum noch im Stadion anzutreffen ist.
  • Der Cupsieg als Krönung für GC Der Cupsieg als Krönung für GC
    Völlig verdient holen sich die Grasshoppers ihren 19. Cuptitel gegen einen enttäuschenden FC Basel. Damit setzt GC  einer überraschenden Saison die Krone auf. Erfolgstrainer Forte bleibt auch in seinem schönsten Moment bescheiden.
  • Ein Sieg der Effizienz Ein Sieg der Effizienz
    Im Duell zweier auf einer Erfolgswelle reitenden Mannschaften bezwingt der FC Zürich den FC Luzern mit 4:1. Die Partie war jedoch eine weitaus engere Angelegenheit, als es der Blick auf die Anzeigetafel vermuten lässt.

FACEBOOK & TWITTER