Der FCL setzt nur scheinbar auf Junge |
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Walter Stierli betonte in der Vergangenheit vermehrt, dass der FC Luzern auf junge Einheimische setzen wolle und ihnen eine Chance in der Super League geben möchte. Die Realität sieht aber anders aus. Junge im Kader aber nicht auf dem Feld Die Versprechung vermehrt auf Junge zu setzen wurde in dieser Saison bis anhin nicht umgesetzt. Zwar stehen im Kader mit Mario Bühler, Sava Bento, Hekuran Kryeziu, Gezim Shalaj und dem dritten Torwart Oliver Strohhammer fünf Akteure mit Jahrgang 1991 und jünger. Ausser Hekuran Kryeziu kam keiner der genannten in der Vorrunde mehr als einmal zum Einsatz. Auch der junge Mittelfeldspieler konnte etablierte Kräfte wie Michel Renggli und Xavier Hochstrasser bisher nicht verdrängen und kam in der Vorrunde nur sporadisch zum Einsatz. Von offizieller Seite wird behauptet, die jungen Spieler würden den Anforderung der Super League nicht genügen. Wie viel Wahrheit darin steckt, kann nur schwer nachgewiesen werden. Fakt ist: Bei anderen Schweizer Spitzenclubs funktioniert es besser. Beim FC Basel gehören Granit Xhaka (Jahrgang 92) und Xherdan Shaqiri (91) zu den Leistungsträgern. Beim FC Zürich besitzen Oliver Buff (92), Philippe Koch (91) und Josip Drmic (92) Stammplätze. Von der verstärkten Juniorenmannschaft bei GC mal abgesehen. Erfolgreiche Juniorenabteilung Das man eine schwächere Juniorenabteilung als die Konkurrenz besässe, kann beileibe nicht gesagt werden. Die U18 ist hinter dem FC Basel und dem Team Berne an dritter Stelle klassiert. Die inoffizielle U17- Meisterschaft führt der FC Luzern gar an. Die U21, das Aushängeschild der FCL- Junioren, wird im Mittelfeld der 1. Liga geführt, was verglichen mit anderen Super League Vereinen immerhin Durchschnitt ist. Trotz der starken Nachwuchsabteilung konnte sich seit mehreren Jahren kein einziger Nachwuchsakteur einen Stammplatz in der Super League erkämpfen. War dies zu Zeiten eines René Van Eck oder auch Ciriaco Sforza an der Tagesordnung, dass Junge eine Chance erhalten, wird heute den Youngstars kaum mehr die Möglichkeit gelassen, sich in die Mannschaft zu spielen. Früher konnten Supertalente wie Primin Schwegler und Fabian Lustenberger aufblühen und sich für eine grössere Karriere empfehlen. Der jüngste Spieler aus dem eigenen Nachwuchs beim FC Luzern der momentan einen Stammplatz besitzt, ist übrigens der bereits 25-jährige Claudio Lustenberger. Auch ein als Supertalent verschrieener Alain Wiss - der mit 16 Jahren bereits seinen Einstand in der ersten Mannschaft feierte - konnte sich beim FCL nicht wunschgemäss durchsetzen. Fall Nico Siegrist In der Vorwoche wurde mit Nico Siegrist ein Jungstürmer an den FC Aarau verliehen. In dieser Saison erzielte er in nur 144 Minuten (acht Kurzeinsätze) zwei Tore - also alle 72 Minuten ein Tor. Trotzdem wird ihm die Chance in der Super League (vorerst) verwehrt, er wird zum FC Aarau abgeschoben um Spielpraxis zu sammeln. Im Winter gab der FCL mit Ianu bereits einen Torjäger ab. Anstatt nun auf Siegrist als Mittelstürmer zu setzen, verpflichtete der FCL Lezcano und Ohayon. Mal davon abgesehen, dass beide genannten eher Mittelfeldspieler als Torjäger sind (was sich in den bisherigen Partien auch bewahrheitete) - kann dies als Zeichen gewertet werden, dass der FCL auf erfahrener auswärtige Spieler setzen möchte, als dem eigenen Nachwuchs eine Chance zu ermöglichen. Auch die Kommunikation beim FC Luzern müsste verbessert werden. Murat Yakin bemängelte in die Öffentlichkeit die Einstellung gewisser Nachwuchstalente, was er wohl besser intern angesprochen hätte. Im Gegensatz dazu steht die Aussagen von Nico Siegrist in einem Interview nach dem Thun-Match, wo er sachlich darauf hinwies, dass in der Mannschaft eine Unruhe herrsche. Daraufhin wurde er mit einer Busse belegt. Zum Thema Stürmer ist anzumerken, dass auf der FCL-Hompage die Flügel Hyka, Ferrreira, Gygax und Winter neu als Stürmer betrachtet werden. Ansonsten stünde ausser dem 22-jährigen Dejan Sorgic - der in dieser Saison nur eine einzige Minute zum Einsatz kam - kein einziger Stürmer im Kader. Es wurde zwar bereits mehrmals bewiesen, dass mit einer defensiven Taktik einiges erreicht werden kann - eine Mannschaft ohne Stürmer gab es in der Geschichte des Fussballs allerdings äusserst selten. Junge aus der Region sind wichtig Für einen Ausbildungsverein wie es die Schweizer Vereine im europäischen Vergleich sind, ist es eine Notwendigkeit eine funktionierende Juniorenabteilung zu besitzen. Talente können Geld in die Kassen spülen und die Vereine können mit jungen spielfreudigen Spieler arbeiten, die im Gegensatz zu vielen ausländischen Profis spärlicher verdienen. Der FC Luzern leistet im Nachwuchsbereich erfolgreiche Arbeit, was die Ergebnisse der Juniorenmannschaften offenbaren. Allerdings ist es augenscheinlich, dass der letzte Schritt – sich in der Super League zu etablieren – ein (zu) grosser für die jungen Spieler ist. In der ersten Mannschaft angelangt, zählt nicht nur das Talent oder die körperlichen Voraussetzungen. Viel wichtiger ist dabei, wie ein Spieler in der Mannschaft aufgenommen wird. Genau bei diesem Punkt könnte das Problem beim FCL liegen. Die Mannschaft scheint keine junge Konkurrenz zu dulden. Anstatt den erhöhten Konkurrenzkampf als Chance zu betrachten, wollen die Stars in erster Linie ihren Stammplatz nicht verlieren. Der FCL muss versuchen, junge Talente in die erste Mannschaft einzubinden. Anstatt vergrault und abgeschoben, sollten sie gefördert und eingesetzt werden. Denn nur so kann sich der FC Luzern langfristig weiterentwickeln. |
Der FC Basel dominiert die Meisterschaft seit einem Jahrzehnt. kurzpass.ch blickt auf die erfolgreichsten Jahre der Clubgeschichte zurück.
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