Ein Neuling weckt die lahmen Zürcher |
|
Als alle bereits eingeschlafen waren, ging es im Zürcher Derby doch noch drunter und drüber. Berat Djimsiti erzielte für den FCZ das glückliche 1:0. Und GC-Trainer Forte meinte ernüchtert: «Der Dreck klebt an unseren Schuhen.» Gähnende Langeweile 75 Minuten lang sahen die Zuschauer im Zürcher Letzigrund ein waschechtes Kellerduell: Zweitletzter gegen Viertletzter hiess die wenig prickelnde Affiche beim 228. Zürcher Derby – und genau so spielten die beiden Teams auch. Kaum Torszenen, kaum Zweikämpfe, hüben wie drüben keinerlei Spielwitz. Kurz: Die Partie war langweilig. So langweilig, dass die meisten der 11‘200 Zuschauer vor ihrem inneren Auge wohl noch einmal den spannendsten Szenen des packenden Champions-League-Finals tags zuvor nachhingen. So langweilig, dass selbst die Live-Ticker-Reporter vom Halbschlaf eingefangen wurden und ihre Meldungen zuweilen kryptische Formen annahmen. So langweilig schliesslich, dass auf der Haupttribüne Totenstille herrschte und man die berühmte Nadel hätte zu Boden fallen hören. Djimsiti schlägt zu Doch dann wurden die Tagträumenden ruckartig wachgerüttelt: Es lief die 75. Minute. Magnin schlug einen Freistoss, GC-Goalie Bürki schoss wie eine Furie weit am Ball vorbei und Berat Djimsiti – der 19-Jährige Neuling im FCZ-Dress – brauchte nur noch den Fuss hinzuhalten, um den Ball im Tor zu versenken. Während die FCZ-Spieler den aus heiterem Himmel gefallenen Führungstreffer bejubelten, machten sich sämtliche GC-Akteure daran, Schieds- und Linienrichter zu bearbeiten. Selbst Trainer Forte eilte Richtung Schiri-Assistent, um ihm lautstark mitzuteilen, dass er ein Abseits gesehen hatte – fälschlicherweise versteht sich. Kaum hatte sich die Szenerie beruhigt, waren die GC-Spieler schon wieder am Lamentieren. Diesmal auf der Gegenseite – und diesmal zu Recht. Der Ausgleichtreffer von Izet Hajrovic wurde wegen angeblichen Abseits nicht gegeben. Nun nahm das Spiel Fahrt auf, GC kam dem Ausgleich einige Male sehr nahe. Uli Forte hadert bildlich Am nächsten in der 91. Minute, als Zuber mit einem Handspenalty an Guatelli scheiterte – und Feltscher beim Nachschuss das leere Tor nicht traf. «Das ist GC 2011/2012», kommentierte Trainer Uli Forte nach der Partie trocken. Damit brachte er es auf den Punkt: Keine Frage, GC spielt eine grottenschlechte Saison. Dennoch ist das Team in den meisten Spielen nicht krass unterlegen, sondern verliert am Ende jeweils ziemlich unglücklich. «Wir versuchen mit Händen und Füssen aus dieser Negativspirale herauszufinden», fuhr der GC-Trainer fort, um gleich noch eine Metapher anzufügen: «Der Dreck klebt an unseren Schuhen und wir bringen ihn nicht weg.» Fortes Glück ist, dass diese verkorkste GC-Saison nur noch eine Partie dauert. Danach, so hofft der Trainer, wird eine Blutauffrischung stattfinden: «Wir wollen uns auf allen Linien verstärken», so Forte. Er weiss wohl selber: Alles andere wäre aus GC-Sicht grobfahrlässig. Hier geht es zu den Bildern des Spiels! |
TV-Moderatorin Steffi Buchli im Interview mit kurzpass.ch über den Sondereffort, den sie als Frau im Sportjournalismus leisten muss, den Konkurrenzkampf im SRF-Team und warum sie eigentlich gar nicht auffallen will.
Werbung