Ein Schatten seiner selbst |
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Fabio Coltorti war einst einer der besten Goalies der Schweiz, nun kassiert er bei Lausanne 9 Gegentore in 2 Spielen. Der steile Abstieg des früheren Nati-Keepers begann mit einem folgenschweren Fehlentscheid.
Erfolgreich bei GC Im Sommer 2007 lief es Fabio Coltorti ausgezeichnet. Er zeigte als Stammtorhüter bei GC hervorragende Leistungen und war neben Franco Costanzo der beste Keeper in der Super League. Doch das reichte dem ehrgeizigen Krienser nicht. Im Nationalteam stritt er sich damals nämlich mit Diego Benaglio und Pascal Zuberbühler um die Nummer-1-Position für die EM 2008. Er sah sich vor allem gegenüber Benaglio in der schlechteren Position, da dieser gerade zum VfL Wolfsburg in die Bundesliga gewechselt war. Coltorti war sich sicher: Nur mit einem Wechsel ins Ausland konnte er dem Kontrahenten im Nationalteam Paroli bieten und seine Karriere einen weiteren Schritt vorwärts bringen. Und so verliess der damals 26-Jährige die Grasshoppers Ende August 2007 – nur wenige Tage bevor das Transferfenster schloss. Racing Santander hiess seine neue Herausforderung in Spaniens Primera División, Marcelino García Toral sein neuer Trainer. Von der Bildfläche verschwunden Doch dieser setzte von Anfang an nicht konsequent auf den Schweizer Schlussmann. Coltorti kam nur vereinzelt zu Einsätzen und überzeugte dabei nicht restlos. Der Auslandwechsel entpuppte sich bald nicht als Bonus sondern als Hypothek für den Torhüter. Im Nationalteam verlor er vor der EM 2008 nicht nur das Rennen um Platz 1 gegen Diego Benaglio, sondern verschwand wegen mangelnder Spielpraxis kurz darauf vollständig von der Bildfläche. Auch als ihm in der Saison 2009/10 der neue Santander-Trainer Miguel Angel Portugal zeitweise das Vertrauen schenkte – und Coltorti so immerhin auf 27 Saisonspiele kam – nahm man dies in der Schweiz kaum war. Der Nationalmannschaftszug war unter Ottmar Hitzfeld endgültig abgefahren. Unsicheres Comeback Diesen Sommer nun beendete Coltorti nach einer weiteren Saison auf der Ersatzbank das unerfreuliche Kapitel Racing Santander. Ablösefrei liessen ihn die Spanier ziehen, doch es mangelte an Interessenten in den grossen Ligen Europas. So kehrte der mittlerweile 30-jährige Torhüter in die Schweiz zurück – zu Aufsteiger Lausanne. Ein Transfercoup des kleinen westschweizer Klubs? So schien es, doch dann kamen die ersten Saisonspiele und mit ihnen die grosse Ernüchterung: Coltorti liess sich von GC-Emeghara und Thuns Andrist aus spitzem Winkel im nahen Eck erwischen; zeigte bei einem Weitschuss von Servettes De Azevedo keinerlei Reaktion und liess jenen von Luzerns Winter unglücklich vor Puljics Füsse abprallen; wurde vom Genfer Caranovic vom Penaltypunkt aus wie ein Anfänger verarscht … 13 Gegentore in 5 Spielen (davon deren 9 in den letzten beiden Partien) sprechen eine klare Sprache, auch wenn die löchrige Lausanner Verteidigung natürlich das Ihrige zu zu dieser miserablen Statistik beitrug. Verheerende Wechsel-Folgen Nach vier Jahren Abwesenheit ist Coltorti nicht mehr wiederzuerkennen gegenüber seinen erfolgreichen GC-Zeiten. Seine Sicherheit auf der Linie, seine grandiosen Reflexe – sie scheinen genauso verschwunden wie seine beruhigende Ausstrahlung auf die Mitspieler. Sobald der Ball in seine Nähe kommt, wirkt er unsicher. Kurz: Coltorti spielt nur noch wie ein Schatten seiner erfolgreichen Tage. Das Beispiel zeigt, wie ein Transfer zum falschen Zeitpunkt vor allem für Torhüter verheerende Folgen haben kann. Denn im Tor steht bekanntlich nur ein Mann pro Team. Hat sich der Trainer einmal für eine Nummer 1 entschieden, so bliebt er ihr meistens treu und dem Rest bleibt nur die Ersatzbank. Ohne das volle Vertrauen des zukünftigen Trainers kann ein (Ausland-)Wechsel deshalb oft zum steilen Abstieg werden. |
Der FC Basel dominiert die Meisterschaft seit einem Jahrzehnt. kurzpass.ch blickt auf die erfolgreichsten Jahre der Clubgeschichte zurück.
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