Ende der Geschichte? |
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Neuchâtel Xamax steht vor dem Kollaps. Vieles deutet darauf hin, dass der traditionsreiche Neuenburger Klub noch diesen Winter in Konkurs geht. Wie schlimm wäre das für den Schweizer Fussball? Xamax gilt als unsexy Viele der hiesigen Fussballinteressierten – vor allem die jüngeren – würden Neuchâtel Xamax bei einem allfälligen Konkurs wohl kaum länger nachtrauern. Mit der nicht gerade euphorischen Fankultur in Neuenburg – bei denen selten mehr als eine Handvoll Fans den Weg an Auswärtsspiele antreten – mit dem Plastikrasen und der in den letzten Jahren meist wenig erfolgreichen Mannschaft, gilt Xamax als unsexy. Aufstände wie vor dem drohenden Konkurs im letzten Jahr in St. Gallen oder Demonstrationen wie bei der Pleite von Servette 2004 sind kaum zu erwarten. Dabei wird aber oft vergessen, welch wichtige Rolle der Neuenburger Klub in der Geschichte des Schweizer Fussballs spielte. 1916 wurde in Neuchâtel der FC Xamax – später in Xamax-Sports umbenannt – mitunter vom legendären Max Abegglen (genannt «Xam») gegründet. In den Anfangsjahren war Xamax allerdings hinter dem FC Cantonal Neuchâtel nur die Nummer zwei der Stadt. Dieser FC Cantonal pendelte nach dem Meistertitel 1916 über 50 Jahre lang zwischen den obersten beiden Ligen. 1966 stieg der FCC in die 1. Liga ab, während Xamax erstmals in der Geschichte den Aufstieg in die Nationalliga B schaffte. Erfolge nach Fusion Nach der Fusion der beiden Vereine 1970 gings für die Neuenburger steil bergauf. Die erfolgreichste Zeit erlebten sie in den 80er-Jahren unter der Leitung von Trainerlegende Gilbert Gress. Dabei holten sie 1987 sowie 1988 den Meistertitel. Auch international sorgten die Xamaxiens in diesen Jahren für Furore. Von 1981 bis 1997 verloren die Neuenburger kein einziges Heimspiel im Europacup, obwohl unter anderem die Bayern aus München und die Königlichen aus Madrid auf der Maladière zu Gast waren. Erst 2006 stiegen die Neuenburger nach einer Barrageniederlage gegen den FC Sion wieder in die zweithöchste Spielklasse ab. Der direkte Wiederaufstieg gelang den Xamaxiens in der Folgesaison aber souverän. Abschreckendes Beispiel Wettingen Xamax wäre beileibe nicht der erste Klub der Schweiz, der Konkurs anmelden müsste. Servette, Lausanne-Sports und der FC Lugano waren die jüngsten Opfer. Inzwischen sind sie alle zurück im bezahlten Fussball, die beiden erstgenannten spielen seit dieser Saison gar wieder in der Super League. Nehmen wir das Beispiel Servette. Die Genfer wurden nach der Vorrunde 2004 in die 2. Liga zwangsrelegiert und mussten einen Neuanfang starten. Nach zwei Aufstiegen in Folge spielte Servette bereits 2007 in der Challenge League, für einen sportlichen Aufstieg in die Super League fehlte es allerdings bis zur letzten Saison stets irgendwo. Nach einem Barragesieg gegen die AC Bellinzona feierten die Servettiens diesen Sommer die Rückkehr ins Oberhaus. Eine Rückkehr in den bezahlten Sport ist also möglich, auch wenn es Zeit benötigt und der Weg steinig und schwer ist. Anders erging es dem FC Wettingen. Von 1969 bis 1992 spielten die Aargauer abgesehen von mehreren kleineren Unterbrüchen in der Nationalliga A. Der Höhepunkt war die UEFA Cup Teilnahme 1988/89, bei der die Aargauer erst am «Maradonaclub» SSC Napoli scheiterten. 1992 ging der FC Wettingen Konkurs und musste in der 5. Liga neustarten. Der neu gegründete FC Wettingen 93 spielt mittlerweile in der 2. Liga interregional. Fussballregion Neuenburg? In der Region um den Neuenburgersee werden die Nachrichten um den einst so stolzen Traditionsverein fassungslos verfolgt. Verärgerte Fans, darunter viele der Ultrabewegung, boykottieren die Heimspiele ihres geliebten Vereins. Dies spiegelt sich auch in den Zuschauerzahlen deutlich wieder. Letzte Saison pilgerten durchschnittlich über 5000 Zuschauer in die Fussballarena, in dieser Saison sind es nicht mal mehr 4000 und es werden von Spiel zu Spiel weniger. Gegen Thun am 01. Oktober waren es noch knapp über 2000. Dennoch provozierte der tschetschenische Inhaber die Supporter. «Von mir aus können sie bis zum Ende der Meisterschaft daheimbleiben», gab er zu Protokoll. Vergessen sind die Zeiten der 80er als 22’000 Zuschauer die altehrwürdige Maladière füllten und Gilbert Gress, Uli Stielike, Alain Geiger oder Heinz Hermann im Europacup zujubelten. Vergessen die Zeiten, als eine ganze Region auf Xamax stolz sein konnte. Die wenigen, die momentan die Spiele besuchen, haben diese Zeit gar nicht mehr erlebt. Bei den älteren Neuenburger und Neuenburgerinnen haben die Rot-Schwarzen bereits unter der Ära von Silvio Bernasconi viel Kredit verloren, seit der Übernahme von Tschagajew kehren diese Xamax den Rücken meist ganz zu. Xamax gehört einfach dazu Trotz allem gehört der insgesamt dreifache Fussballmeister in den Schweizer Profisport. Seit nun beinahe einem Jahrhundert ist er – entweder als FC Cantonal, als Xamax-Sports oder als Neuchâtel Xamax – in einer der beiden obersten Ligen des Landes vertreten. Sie hiessen Serie A und B, Nationalliga, Challenge National, Nationalliga A und B oder Super und Challenge League – Xamax war immer dabei und dies sollte auch in Zukunft der Fall sein. Die Vergangenheit beweist, dass viele Neuenburger im Herzen Xamaxiens sind. Nun muss ähnlich wie in Genf, Lausanne oder Lugano das Vertrauen wiedergewonnen und eine neue Fankultur aufgebaut werden. Ganz egal, ob der tschetschenische Albtraum ein gutes oder schlechtes Ende findet. |
Der FC Basel dominiert die Meisterschaft seit einem Jahrzehnt. kurzpass.ch blickt auf die erfolgreichsten Jahre der Clubgeschichte zurück.
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Kommentare
zitiere Gilbert Gress:
Nun ja, seien wir ehrlich. Ist nun mal ein Unterschied ob ganze Sektoren mit Auswärts-Fans gefüllt sind (Basel, YB, FCZ, FCL) oder ob es eine Handvoll wie bei Xamax ist, auch wenn diese gute Stimmung machen...
Geb ich dir Recht, aber die Städte dieser Vereine haben auch deutlich mehr Einwohner, prozentual kann sich die Xamaxfanszene durchaus sehen lassen!
Lausanne Football & CC meinte ich. Bei den durchgehend aktiven hast du aber recht
zitiere Gilbert Gress:
Nun ja, seien wir ehrlich. Ist nun mal ein Unterschied ob ganze Sektoren mit Auswärts-Fans gefüllt sind (Basel, YB, FCZ, FCL) oder ob es eine Handvoll wie bei Xamax ist, auch wenn diese gute Stimmung machen...
So nebenbei GC ist immer noch der zweitälteste Klub und nicht Lausanne....
Neuchâtel c'est nous!!
Der FC Cantonal (Fusion 1916 aus FC Vignoble und FC Neuchâtel) ist bzw war der Nachfolgeverein des nach dem FCSG und Lausanne dritt ältesten schweizer Fussball-Club, welcher SFV Liga Gründungsmitgli ed war.
so nebenbei!
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