Europäischer Fussball ohne die Schweiz? |
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Die FIFA will den Schweizer Fussball Verband ausschliessen, sofern dieser den Fall Sion bis zum 13. Januar nicht bereinigen kann. Damit würde der Schweizer Fussball zum grossen Verlierer eines unnötigen Machtkampfes. FIFA vs. Constantin 3:0 (Forfait) Der grösste Rechtsstreit der Fussballschweiz begann im Februar 2008, als Christian Constantin den ägyptischen Nationaltorhüter Essam El Hadary nach Sion lotsen konnte. Dieser besass allerdings einen gültigen Vertrag mit dem Verein Al Ahly aus Kairo. Die Ägypter unterstellten dem FC Sion internationalen Vertragsbruch, was dessen Oberhaupt Constantin nicht davon abbrachte, seinen hochgelobten Schützling einzusetzen. Nach eineinhalb Jahren verliess dieser die Schweiz im Sommer 2009 wieder, nachdem er teilweise seine zweifelsfrei vorhandene Klasse aufblitzen liess. Sion erhält aufgrund des Vertragsbruchs eine einjährige Transfersperre. Dies hält CC aber nicht davon ab, den Franzosen Yoda zu verpflichten. Nach einem hin und her des Sportgerichtshof CAS entschied sich dieser schliesslich dafür, die Sperre aufrecht zu erhalten. Constantin protestierte bei der Swiss Football League erfolgreich und überlistete somit den Entscheid des CAS. Vom 16. Juli 2010 bis zum Ende der Transferperiode durfte CC Spieler verpflichten. Der FC Sion war zweimal eine halbe Transferperiode auf dem Markt nicht tätig. Aus Sicht der Walliser ergibt dies eine Ganze, somit wäre die Sperre verbüsst. Diese Ansicht teilte der Weltverband aber nicht und sperrte die im Sommer neuverpflichteten Spieler. Eine langanhaltende Reihe von Gerichten wurden aufgesucht, in denen widersprüchliche Entscheide gefällt wurden. Nun scheint das Duell zwischen Christian Constantin und der FIFA endgültig einen Sieger hervorgebracht zu haben. Der Weltverband nützt seine Macht und setzt den SFV, der für den FC Sion meist Verständnis aufbringen konnte, vehement unter Druck. Er verlangt, dass alle Spiele der Walliser, in denen die sechs Neuen eingesetzt wurden, Forfait gewertet werden. Ansonsten würde der Schweizer Fussballverband von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Schlimmer noch: Ein Schweizer Klub dürfte nicht einmal ein Testspiel gegen ein ausländisches Team bestreiten. Hat die FIFA den Mut? Wie wir in den letzten Jahren erfahren mussten, ist die FIFA die höchste Macht im Fussball. Sie kann eine WM nach Katar und Russland bringen, auch wenn der Grossteil der Fussballfans lieber nach England und in die USA gereist wären. Selbst Bestechungsskandale können der FIFA nichts antun, zumindest nicht deren Präsidenten Sepp Blatter. Dieser unterstützt die Entscheidung der Exekutivmitglieder, obwohl ihm als Walliser dabei das Herz bluten sollte. Ob die FIFA die Drohung tatsächlich in die Tat umsetzen würde, falls der SFV zu keinem Entscheid gelänge, ist fraglich. Bei einem Blick in die Vergangenheit wird aber deutlich, dass die FIFA und die UEFA auch vor grossen Namen nicht halt machen. Nach dem Skandal in der Landesmeisterschaft zwischen dem FC Liverpool und Juventus Turin, als 39 Fans der Italiener umkamen, wurden alle englischen Vereinsmannschaften für fünf Jahre von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Entscheidung trifft die Falschen Falls der Weltverband den Entscheid treffen sollte, würde dieser die Falschen treffen. Die Schweizer Nationalmannschaft könnte keine Länderspiele bestreiten, der FC Basel dürfte nicht mehr in der Champions League antreten und die Schweizer Schiedsrichter dürften nicht mehr international im Einsatz stehen. Ebenfalls wird der SFV bestraft und nicht etwa die unabhängige Swiss Football League, welche die Spieler des FC Sion lizenziert hatte. Die Exekutivmitglieder der Swiss Football League sind für die Lizenzierung der Spieler zuständig. Auf diesen Entscheid hat der SFV ebenso wenig Einfluss, wie auf einen allfälligen Punkteabzug oder Forfait-Wertung für die Spiele des FC Sion. Hoffen auf Lösung Grundsätzlich geht niemand der Beteiligten davon aus, dass der Schweizer Verband tatsächlich ausgeschlossen wird. CC will gegen die FIFA erneut klagen, die SFL und der SFV prüfen alle möglichen Entscheide, selbst die Medien verhalten sich verhältnismässig ruhig. Es wird davon ausgegangen, dass dem FC Sion Punkte abgezogen werden, aber die Spiele des FC Sion werden wohl nicht Forfait gewertet, obwohl dies die FIFA fordert. In diesem Fall würde nämlich die Liga stark verfälscht. Beispielsweise würden dem FC Lausanne-Sport sechs Punkte gutgeschrieben, da dieser gegen die Walliser zweimal als Verlierer vom Platz ging. Sowieso ist die Tabelle stark geprägt von Entscheiden am grünen Tisch, sei es die Forfaitentscheidung gegen den FCZ, der Punkteabzug gegen Xamax oder wie schon mehrfach betont der drohende Abzug für den FC Sion. Egal wie entschieden wird, bleibt die Hoffnung, dass in der Rückrunde in den Sportabteilen der grossen Medien wieder vermehrt über das Spiel selbst, statt über angeblichen Hooliganismus oder Gerichtsentscheide berichtet wird. |
Der FC Basel dominiert die Meisterschaft seit einem Jahrzehnt. kurzpass.ch blickt auf die erfolgreichsten Jahre der Clubgeschichte zurück.
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