Ex-Hopper Benito: «Ich habe Boris’ Blicke gelesen»

Der YB-Ersatzgoalie sicherte seinem Team den 3:0-Sieg gegen GC und zeigte dabei nicht nur beim parierten Penalty ausgezeichnete Reflexe. Die Zürcher Fans setzten schweigend ein Zeichen gegen die Vorstellungen ihrer Mannschaft.

GC besser, aber nicht gut genug

Zu Beginn herrschte gespenstische Stille im Letzigrund. Als Reaktion auf das 0:6-Debakel gegen den FCZ eine Woche zuvor verzichteten die GC-Fans in den ersten 15 Minuten auf akustische Unterstützung ihrer Mannschaft. «Mir hüt 15 Min. wie ihr im Derby 90 Min.», stand auf einem Transparent an die Spieler gerichtet.

Allein, es begann trotz dem Schweigen der Fans alles wieder gleich wie am Sonntag zuvor: Nach einer Viertelstunde lagen die Grasshoppers mit 0:1 zurück. Einen Freistoss an der Strafraumgrenze liess der über die gesamten 90 Minuten sehr kleinlich agierende Schiedsrichter Jaccottet wiederholen, worauf ihn Farnerud im zweiten Anlauf versenkte.

GC lag erneut zurück, obwohl die Mannschaft viel stärker auftrat als noch gegen den FCZ. Vor allem die Rückkehr Daniel de Ridders zeigte Wirkung: Der Holländer stellte die im Derby noch so schmerzlich vermisste Anspielstation im Mittelfeld dar und überzeugte auch als Ballverteiler im Angriff.

Matchwinner Benito

Doch in der zweiten Halbzeit schlug die grosse Stunde des Ivan Benito. Der ehemalige GC-Goalie lief bei seinem allerersten Ernstkampf für die Berner zur Hochform auf. Zuerst parierte er einen Penalty von Smiljanic (47’), danach scheiterten in der 67. Minute nacheinander Smiljanic, Abrashi, Emeghara und Feltscher aus zum Teil hervorragender Position am YB-Ersatzhüter.

Nach dem Spiel herrschte bei den Bernern daher Einigkeit, wem die drei Punkte zu verdanken waren: «Ivan war heute in Topform», sagte Verteidiger Scott Sutter. «Er hat super gespielt, zum Glück hatten wir ihn heute im Tor.» Trainer Gross meinte gar: «Das war heute ein Sieg von Ivan Benito!»

Angesprochen auf die entscheidende Penalty-Szene meinte der sonst eher wortkarge Schlussmann: «Ich habe aus Smiljanics Blicken gelesen, wo er hinschiessen würde. Als er den Ball gesetzt hat, ging der erste Blick in die rechte Ecke, danach schaute er nur noch in die andere Ecke. Da sagte ich mir: Ok, nimmst du die Seite, auf die er zuerst geschaut hat. Und das ging auf.» Allerdings fügte er an: «Boris ist eigentlich ein sehr guter Schütze, im Training damals bei GC hat er viele Elfmeter gegen mich versenkt.»

Bei GC blieb die Ernüchterung

Benito sorgte dafür, dass GC in der zweiten Halbzeit vergebens anrannte. Sforzas Junge zeigten sich einsatzfreudig und in manchen Szenen durchaus gefährlich, doch im Abschluss scheiterten sie zu oft. Ein weiterer Freistoss durch Costanzo sowie ein Kontertor Mayukas entschieden das Spiel dann kurz vor Schluss endgültig zugunsten der Gelb-Schwarzen.

Und so kam es, dass die GC-Fans in den letzten 15 Minuten wieder schwiegen. Nicht mehr aus Protest. Sondern aus purer Ernüchterung.

Hier gehts zu den Bildern zum Spiel.

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Kommentare  

 
#1 2011-08-18 17:57
Ivan Wundertüte Benito bestraft seinen Exclub mit einer tollen Leistung.
Er war schon früher einer, der plötzlich aufdrehte, wenn man nichts Besonderes von ihm erwartete. Kaum glaubte man, er sei ein verlässlicher Goalie geworden, spürte er den Erwartungsdruck und begann wieder zu schnitzern.
Aber man muss ihn gern haben, den immer Eifrigen, der alles gibt und keinen Hochmut kennt.
Ivan, mach weiter so. Irgendwann merkts Hitzfeld, bietet dich auf und erlöst den überforderten Leoni...
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