Kaltstart in Lausanne |
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Die Super League hat wieder begonnen! Aber nicht für Lausanne. Nach der geplanten Auftaktpartie gegen Xamax droht nun auch das Basel-Spiel vom nächsten Wochenende auszufallen. Eindrücke von einer Reise ans Testspiel gegen Wohlen. Die Sonne war bereits untergegangen im Westen von Lausanne, und damit hatte definitiv arktische Kälte die Ebene von Chavannes erfasst, als unter dem kühlen Licht des vollen Nachmittag-Mondes ein paar versprengte Fans und Habitués, angeführt von YB-Chefscout Stéphane Chapuisat, die zweite Halbzeit des Testspiels Lausanne-Sport gegen Wohlen erdauerten. Nachdem die anderen acht noch verbliebenen Super-League-Teams am Samstag und Sonntag die Rückrunde eröffnet hatten, folgte am Montag der Kaltstart der Waadtländer – im wahrsten Sinne des Wortes. Freddy Mveng – ein Lausanner in Bern Auf der Hinfahrt an den Lac Léman (sage niemals «Genfersee», wenn du nach Lausanne fährst!) war passend zum Wetter im Abteil nebenan Eisprinz Stéphane Lambiel in seinem Element. In Bern stieg Freddy Mveng zu, auf dem Weg in seine Lausanner Heimat, wo er seit dem Alter von fünf Jahren aufgewachsen ist. Heimat? Zu dem Thema hatte es doch letzthin Gerüchte gegeben, dass Mveng bald den Schweizer Pass erhält, und dann für die Schweiz spielen könnte. Aber Freddy winkt ab. Er sei zwar mal für ein Spiel bei den Schweizer Junioren dabeigewesen, «um zu schauen, wie es ist», aber eigentlich habe er sich schon lange entschieden, für Kamerun zu spielen. An die U20-WM in Kolumbien, wo Kamerun im Sommer den Achtelfinal erreicht hat, liess ihn YB wegen seiner leichten Verletzung nicht gehen. Mveng wäre in seinem jugendlichen Eifer nur allzu gern dabeigewesen. Keinen Bammel vor dem Kräfteverschleiss mit den weiten Länderspiel-Reisen nach Afrika? Er werde nicht alle Spiele bestreiten, nur die wichtigen, meint er. Schade, Freddy! Trotzdem, alles Gute! Hätte er sich auch so entschieden, wenn er den Schweizer Pass früher erhalten hätte? Solche Treffen im Zug sind im übrigen keine Seltenheit. Viele Fussballprofis fahren Eisenbahn, und zwar in der Zweiten Klasse! Konsequent Erste Klasse fährt im Schweizer Fussball eigentlich nur Erich Vogel. Dies zum Thema der angeblich abgehobenen Fussballer. Es gibt sie zwar schon, die jungen Bling-Bling- und Schnittige-Autos-Typen. Aber sie sind klar in der Minderheit. Basel-Match in Gefahr Ursprünglich hätte die Partie Lausanne - Wohlen auf der Pontaise stattfinden sollen, und das Heimstadion war auch noch bis weniger als drei Stunden vor Spielbeginn auf der Vereinshomepage als Spielort aufgeführt. Da ist definitiv im Vorteil, wer den klubeigenen SMS-Dienst abonniert hat. Dank der Lausanner Metro bewältigt der Auswärtige die weite Strecke vom Stade Olympique hoch über Lausanne ins Universitätsquartier unten am See trotzdem rasch. Zuvor wurde aber noch kurz der Pontaise-Rasen inspiziert – Fazit: es sieht gar nicht gut aus! Lausanne läuft Gefahr den Rückrundenstart nach dem Konkurs von Auftaktgegner Xamax gleich nochmal verschieben zu müssen, denn das Heimspiel am Samstag gegen den FC Basel ist gefährdet. Prijovic – in Testspielen eine Tormaschine Aber vielleicht ist dies für die Waadtländer gar nicht so schlecht. Zwar haben die Blau-Weissen alle sechs Testspiele gewonnen (bei Begegnungen unter anderem gegen Twente Enschede, Bröndby IF, Eintracht Frankfurt) und zuletzt in vier Begegnungen 13 Tore erzielt. Im Spiel nach vorne lassen sich trotzdem bisher nur minime Verbesserungen feststellen. In der Offensive sind einige Akteure noch nicht in Form. Der U21-Nationalspieler Aleksandar Prijovic verzeichnet zwar durchaus einen leichten Aufwärtstrend. Er hat in jedem der letzten vier Testspiele getroffen (insgesamt sieben Tore), aber ob er dann auch in der Meisterschaft regelmässig trifft, muss sich erst noch weisen. Die Offensiven Flügel enttäuschen Über die Flügelspieler läuft aktuell fast noch weniger, als in der Vorrunde. Der neue Spanier Nestor Susaeta präsentiert sich bisher enttäuschend. Er ist zu langsam, zu wenig beweglich. Zudem vergab er gegen Wohlen nach Idealzuspielen je eine Grosschance pro Halbzeit auf klägliche Art und Weise. Zumindest aufgrund der Testspieleindrücke wünscht man sich als Waadtländer trotz dessen notorischer Unkonstanz schon beinahe den auf die Arabische Halbinsel abgewanderten Nicolas Marin wieder zurück. Neben dem angesprochenen Susaeta kommt auch von Steven Lang nicht wirklich viel. Und der dick vermummte Brasilianer Junior Negrao spielt in der Kälte auch eher wie eine Mumie. Der Führungstreffer fällt ihm dank eines Schnitzers in der Wohlemer Innenverteidigung quasi in den Schoss. Der vor ein paar Tagen 18 gewordene Salim Khelifi ist zudem noch etwas zu unerfahren und leichtgewichtig, um die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Entscheidend wird sein, dass im Mittelfeld der erfahrene Luccin im Bestform antreten kann, und über die Flügel die beiden initiativen Aussenverteidiger Sonnerat und Chakhsi die fehlende Durchschlagskraft ihrer Vorderleute kompensieren. Lausanne hofft auf Chakhsi, Tall und Sanogo Der Testspieler Abdellaouhed Chakhsi hat gegen Wohlen einen guten Eindruck hinterlassen. Seit dem Abgang von Alexandre Barroso (heute Carouge) vor zweieinhalb Jahren ist die Position des rechten Aussenverteidigers in Lausanne eine Baustelle, auf der sich viele Talente versuchen durften. Der 25-jährige Marokkaner Chakhsi hat das Potential, sofort eine Bereicherung zu werden, und auch im Ligavergleich mit anderen Rechtsverteidigern eine gute Figur abzugeben. Allerdings wurde der Transfer Chakhsis noch nicht unter Dach und Fach gebracht. Gemäss Vize-Präsident Alain Joseph sind bis am Mittwoch noch ein paar Details zu klären. Sollte es widererwarten doch nicht klappen, gäbe es noch die Optionen Bastien Geiger und Mike Gomes (Ex-Xamax). Ebenfalls in der Schwebe ist noch der Transfer des zweiten Testspielers, Innenverteidiger Ibrahim Tall, welcher einen soliden Eindruck hinterliess. Allerdings konnte Tall noch nicht nachweisen, dass er wirklich besser ist, als die aktuellen Innenverteidiger, zumal der abwanderungswillige Guillaume Katz immer noch im Lausanner Trikot aufläuft. Der vierte Neue, Sekou Sanogo, kam als «Sechser» zum Einsatz, und diese Position liegt ihm sichtlich besser, als die offensiveren Positionen, auf denen er in Thun aufgrund der Konkurrenzsituation in der Defensive zum Teil spielen musste. Und so kam Lausanne nach dem Schlusspunkt von Jocelyn Roux in der letzten Minute zu einem 3:0 in einem weitgehend ausgeglichenen Testspiel. Bild: lausanne-sport.ch; links Testspieler Abdellaouhed Chakhsi |
Der FC Basel dominiert die Meisterschaft seit einem Jahrzehnt. kurzpass.ch blickt auf die erfolgreichsten Jahre der Clubgeschichte zurück.
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Kommentare
Dem muss ich wiedersprechen! hab ihn mal nach einem Spiel im Wallis in der zweiten Klasse zurückreisen sehen!
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