«Mir fehlen die Worte» |
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Als Trainer einer Super-League-Mannschaft ist Kommunikation das A und O – egal ob mit Spielern oder Medien. Doch nicht alle schlagen sich im Umgang mit den Medien gleich gut. Eine Analyse mit ausgewählten Trainern. Christian Gross, der Erfahrene Ein Trainer-Urgestein wie Christian Gross, Coach des BSC Young Boys, lässt sich von Journalisten und deren provokativen Fragen kaum mehr aus der Ruhe bringen. Seine jahrelange Erfahrung, geprägt durch die Meisterjahre mit dem FC Basel, lässt einen lockeren Umgang mit den Medien erwarten. Bei Fragen antwortet er direkt, bedacht, seriös und analytisch. Es sind aber genau diese Charaktereigenschaften, die ihn oft auch zum Gespött Schweizer Komiker und Satiriker machen, beispielsweise in der Satiresendung «Giacobbo/Müller». Gross gibt zwar die analytisch richtigen Antworten ohne unnötige Wiederholungen, wirkt dabei durch seine Art aber oft steril, nüchtern. Trotz aller (komödiantischer) Kritik bleibt Gross seinem nüchternen Stil treu. Des Weiteren wirkt er bei Interviews sehr nachdenklich (was auch als abwesend interpretiert werden kann), indem er bei seiner Antwort jeweils nicht den Blickkontakt mit dem Journalisten herstellt, sondern in der Ferne nach Worten sucht. Urs Fischer, das Gegenstück Das Aushängeschild des FC Zürich, Trainer Urs Fischer, kann als Antipode zu Gross gesehen werden. Wenn ein Journalist unbequeme oder aus seiner Sicht unpassende Fragen stellt, wird er gleich in Du-Form zur Rede gestellt. Fischer verliert aber selten seine Contenance. Er besinnt sich lieber auf die Stärken der Mannschaft, ist ihr gegenüber sehr lobend eingestellt. Dabei ist seine Wortwahl nicht so variantenreich wie bei anderen Trainern. Urs Fischer ist bereits sehr lange für den FCZ tätig und er redet wie ihm der Schnabel gewachsen ist, was ihm in Kombination als «Zürischnurre» ausgelegt werden kann. Aber er hat keine «Zürischnurre», er ist ein Trainer, der sehr bodenständig und ehrlich antwortet. Diese Bodenständigkeit lässt ihn zwar authentisch wirken, verleiht ihm aber einen Hauch von Unprofessionalität, die ein Gross gar nicht aufkommen lässt. Murat Yakin, der Charmeur Luzern-Coach Murat Yakin gilt als junger Erfolgstrainer. Dies zeigt er auch gerne, indem er sich selbst auf seiner Website als solcher inszeniert. Zu lesen gibt es nicht viel – Artikel über seine Person sowie eine stichwortartige Vita. Man kann ihm einen Hang zur Selbstdarstellung attestieren, was aber in TV-Interviews und Pressekonferenzen nicht so vermittelt wird. Er wirkt locker, lächelt ständig und versucht mit seiner bedachten, aber ausgeprägten Wortwahl zu überzeugen. Dies gelingt ihm, er kann offen über seine Gefühlslage sprechen, ohne dabei seine Fassung zu verlieren. Als bekannt wurde, dass sein jüngerer Bruder Hakan Yakin den FC Luzern in der Winterpause verlassen wird, konnte man bei Murat die Enttäuschung nicht überhören, aber er blieb trotzdem ruhig und rational. Und nicht nur die Sprache liegt ihm, auch seine Gestik beherrscht er. Yakin sucht konstant den Augenkontakt zum Interviewer, baut zeitweise ein Augenzwinkern ein und versucht witzig zu sein. Seine südländischen Wurzeln kommen in Gesprächen sehr gut zur Geltung, der Charme wird ausgespielt. Ciriaco Sforza, der Introvertierte Der letzte Trainer in dieser Analyse ist GC-Trainer Ciriaco Sforza. Wie schon Murat Yakin besitzt er eine eigene Homepage, die sich mit ihm als Person beschäftigt. Gemäss dieser Seite sieht er sich selbst als kommunikativ, sensibel und humorvoll. Dieser Eindruck bestätigt sich in Fernsehinterviews teilweise. Er redet zwar, paraphrasiert aber oft gehörte Sätze der GC-Chefetage. Sforza ist aber sicher sehr sensibel, wirkt beinahe ein wenig verängstigt und versucht mit seiner sanften Stimme Ruhe auszustrahlen. Er bemüht sich zwar witzig zu sein, scheitert aber am «Krampf» für eine humorvolle Atmosphäre zu sorgen. Allgemein muss man sagen, dass er sehr introvertiert wirkt bei Interviews, die Antworten wirken gequält und erzwungen. Fazit: Viele Wege führen nach Rom Es gibt keinen perfekten Weg, wie ein Trainer mit den Medien umgehen soll. Es gibt Trainer die haben das Flair dafür, und andere, die kein angeborenes Medien-Talent besitzen. Was aber jeder kann, ist ein Interview geben, Information für die Fans und die Zuschauer zuhause übermitteln. Dabei ist es egal, wie gut man die Medien handhabt, denn auch hier gilt das Motto: Viele Wege führen nach Rom. |
Der FC Basel dominiert die Meisterschaft seit einem Jahrzehnt. kurzpass.ch blickt auf die erfolgreichsten Jahre der Clubgeschichte zurück.
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