Rückkehr eines Gefallenen |
|
Nach einer sechsjährigen Odyssee durch Europa kehrt Rechtsverteidiger Philipp Degen zum FCB zurück. Mit Markus Steinhöfer und Taulant Xhaka streitet er sich um einen Stammplatz in der Viererkette. Wie sind seine Perspektiven? Einjahresvertrag mit Option Neben Freude schwang auch eine grosse Portion Erleichterung mit, als Philipp Degen sich auf fcb.ch das erste Mal zu seinem neuen Vertrag beim FC Basel äusserte. Nach langer Reise kehrt er zu dem Verein zurück, in welchem er seine grössten Erfolge hatte. Aufgrund seiner häufigen Verletzungen gab ihm die Vereinsführung nur einen Einjahresvertrag mit Option für eine weitere Spielzeit. Ehemals als grösstes Schweizer Talent auf seiner Position gehandelt, muss sich der 28-Jährige nun aufs Neue beweisen und sich seinen Platz im Gefüge des FC Basel erkämpfen. Grund für diese Situation sind die wechselhaften Zeiten, welche Philipp Degen auf seinen Stationen im Ausland erlebte. 1. Station: Dortmund Als Inbegriff des modernen Aussenverteidigers wechselte der junge Liestaler 2005 zu Borussia Dortmund. Ein Verein, welcher damals noch von der Vergangenheit zehrte und sich selber einem rigorosen Sparkurs unterwerfen musste. Eine Chance für Degen, sich als junger Spieler in einer grossen Liga zu bewähren. Von Verletzungen verschont erspielte er sich einen Stammplatz und absolvierte in den ersten zwei Saisons 58 Spiele in der Bundesliga. Spielerisch überzeugend, aber noch ohne Konstanz, konnte er die Fans nicht restlos begeistern. Seine jugendliche Unerfahrenheit wurde immer wieder deutlich, auch wenn sich unverkennbar ein grosses Talent zum reifen Spieler weiterentwickelte. Verletzungsprobleme Aufgrund seiner Fortschritte erhielt Philipp Degen 2008 einen lukrativen Vertrag beim FC Liverpool. Ablösefrei wechselte er von Dortmund in die Premier League, obwohl er gerade eine unglückliche Spielzeit mit nur zehn Einsätzen in der Bundesliga hinter sich hatte. Der Trainer Rafael Benítez plante fest mit Degen, doch dessen Leiste spielte nicht mit. Nachdem er bereits in Dortmund einmal operiert wurde, konnte er auch in Liverpool nicht ohne Beschwerden spielen und musste nochmal unters Messer. Es war der Beginn einer langen Verletzungserie, welche zur Folge hatte, dass sich Degen in Liverpool nie durchsetzen konnte. Sobald er wieder gesund war, kam er nicht in den Spielrhythmus oder verletzte sich erneut. Nur 15 Spiele konnte er in zwei Saisons für die Reds absolvieren. Aus einem Traumvertrag wurde ein Rückschritt in seiner bisher makellosen Karriere. Tiefpunkt der Karriere Hilfe kam von einem alten Bekannten aus Basler Zeiten. Der neue Liverpool-Trainer Roy Hodgson plante nicht mehr mit dem Rechtsverteidiger, und lieh ihn deswegen breitwillig nach Stuttgart aus. Dort war sein ehemaliger Trainer Christian Gross für die Mannschaft verantwortlich. Nach einem soliden Debüt am ersten Bundesligaspieltag machte Philipp Degen wieder die eigene Gesundheit einen Strich durch die Rechnung. Diesmal war es nicht die Leiste, sondern das Pfeiffersche Drüsenfieber, welches einen langen Ausfall zur Folge hatte. Während dieser Zeit wurde sein Fürsprecher entlassen und Bruno Labbadia übernahm das Ruder. Noch fünf Spiele durfte Degen für den VfB spielen, bevor er auch in Stuttgart auf dem Abstellgleis landete. Am Ende der Saison löste er dann seinen Vertrag in Liverpool auf und kehrte zu seinem alten Verein nach Basel zurück. Die letze Chance? Als noch Thorsten Fink beim FCB das Sagen hatte, durfte Degen nur mittrainieren. Über einen Vertrag wurde öffentlich nicht diskutiert. Mit Steinhöfer und Xhaka sah sich Fink genügend stark aufgestellt. Durch Finks Abgang änderte sich die Sachlage, denn der neue Trainer Heiko Vogel war von der Idee angetan, Philipp Degen mit einem Vertrag bis Ende Saison auszustatten. Ab der Rückrunde sollte er fit sein, um sich in der Super League zu beweisen. Sein grösster Konkurrent Markus Steinhöfer überzeugt in dieser Saison zwar mit seinen Assists, spielt aber in der Verteidigung zu fehleranfällig. Taulant Xhaka ist jung und talentiert, hat bis jetzt aber keine richtige Chance im Team erhalten. Beide Spieler sollten für Degen keine unüberwindbare Hürde sein. Bleibt er von Verletzungen verschont, könnte er in Basel seine alten Qualitäten auf dem Platz zeigen, und zu einem grossen Gewinn für das Team werden. Das Duo Degen/Shaqiri lässt zumindest für die Rückrunde Grosses erwarten. Auch die Erfahrung, welche er auf den schwierigen Stationen im Ausland gesammelt hat, sollten ihm helfen beim FC Basel eine prägende Rolle einzunehmen. Falls Philipp Degen nicht in einem Jahr schon wieder Abwanderungsgelüste hegt könnte er wie Streller, Huggel und Frei zu einer Integrationsfigur werden, welche das Team leitet. Spätestens wenn Huggel mit seinen 35 Jahren abtritt, wird ein Platz im Triumvirat frei. Der Rechtsverteidiger könnte für den FC Basel nicht nur auf dem Spielfeld eine wichtige Rolle einnehmen, sondern auch im Klub zur prägenden Figur reifen. Sofern er verletzungsfrei bleibt … Bild: Screenshot fcb.ch |
Der FC Basel dominiert die Meisterschaft seit einem Jahrzehnt. kurzpass.ch blickt auf die erfolgreichsten Jahre der Clubgeschichte zurück.
Werbung