Schwierige Lage für die Young Boys

Trotz einer ansprechenden Partie konnten die Young Boys auch gegen den FC Sion nicht reüssieren. Gegenüber kurzpass.ch nahmen die Berner Exponenten am Sonntag nach dem 1:1 Stellung.

Costanzo selbstkritisch, Wölfl hadernd

Die Aussagen glichen sich: Es sei momentan nicht einfach, sagte Christoph Spycher. Es sei momentan sehr schwierig, sagte Moreno Costanzo. «In den letzten vier Wochen haben die Offensivspieler nicht brilliert. Ich auch nicht», gibt sich Costanzo selbstkritisch. Gegen Sion jedoch zeigte er eine gute Leistung, war präsent und aufsässig: «Moreno Costanzo spielte sehr gut auf der linken Seite», lobte Trainer Christian Gross den Mittelfeldspieler. Nach neun Minuten war es Costanzo, der nach Degens Vorarbeit den Ball ins Tor schieben konnte. Nur drei Minuten später jedoch glich Giovanni Sio aus. Torhüter Marco Wölfli sah dabei unglücklich aus: «Er wollte flanken, der Ball prallte an den Pfosten und hinter mir ins Tor. Momentan haben wir ein bisschen Pech», war sein Kommentar zum Eigentor. Mit einigen starken Aktionen rettete Wölfli im Verlauf des Spiels das Unentschieden für seine Mannschaft.

Obwohl die Young Boys die Partie weitgehend dominierten, erarbeiteten sie sich nicht viele Torchancen. In der 83. Minute war es schliesslich wieder Moreno Costanzo der ein Tor erzielte. Das Kopfballtor wurde von Schiedsrichter Studer jedoch wegen eines Fouls aberkannt. Der vermeintliche Torschütze stellte nach dem Spiel klar, dass es aus seiner Sicht kein Foul war, aber es zur aktuellen Situation passen würde, dass das Tor nicht zählt. «Mehr kann ich nicht sagen», meinte er. «Es kann nicht sein, dass ein bisschen Abstützen als Foul gilt», sagte auch Marco Wölfli. «Das Tor gelingt ja, aber es wird abgepfiffen.» Das sei schon das fünfte Mal gewesen diese Saison. Vier Mal sei Offside gepfiffen worden, obwohl es kein Offside war. Es sei hart, aber es wird sich ändern, gab sich der Captain dennoch optimistisch. Gross warf dem Schiedsrichter mangelndes Fingerspitzengefühl vor: «Manchester United wird ein solches Tor, ohne mit der Wimper zu zucken, gegeben.»

«Wir hätten gewinnen müssen»

Man war sich einig, dass es ein gutes Spiel war und nicht viel zum Sieg gefehlt hätte. «Wir hätten das Spiel gewinnen müssen», war für Spycher klar. Man wollte unbedingt eine Reaktion zeigen, nur Resultat mässig habe das nicht geklappt, befand Gross die Leistung seines Teams als gut: «Das Spiel zeigt erneut auf, dass man zu wenig entschlossen ist auf den letzten 30 Metern.»

Sions Trainer Laurent Roussey  lobte die Defensivleistung seiner Mannschaft. Die Sittener zogen sich in der zweiten Halbzeit sehr zurück und lauerten auf Konterchancen, die aber von den Young Boys jeweils schnell unterbunden werden konnten. Und wenn der YB-Verteidigung ein Gegner entwischte, fehlte die nötige Präzision beim Torschuss. Die rechtlichen Probleme des Vereins scheinen die Sittener Spieler nicht zu beschäftigen: «Die Betriebsleitung wird den Klub sehr gut repräsentieren», sagte Adailton. Beim FC Sion blickt man zuversichtlich in die Zukunft. Es blieben noch 19 Spiele, zwei gegen Basel, es könne noch viel passieren, sagte der Brasilianer.

Verstärkung im Winter?

Bei YB wurden vor allem Personalfragen zum Thema, als es um die Zukunft des Teams ging. Gross hat keine Zusicherung für Verstärkung im Winter. Es sei auch schwierig gute Spieler in der Winterpause zu finden, so der Trainer.

Vielleicht hätte Gross bereits in der Sommerpause überlegen müssen, dass es besser wäre die Offensive zu verstärken, als die Verteidigung doppelt und dreifach zu besetzten. So müsste er nicht an jedem Match den Innenverteidiger Ojala als Mittelstürmer einwechseln, in der Hoffnung, dass er dank seiner Kopfballstärke einen langen Ball in ein Tor verwandeln würde.

Hier gehts zu den Bildern zum Spiel.

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Kommentare  

 
#1 Daniel Guggisberg 2011-12-06 19:09
Lässiger Artikel! Das Lesen hat Spass gemacht! Lebendig, wie wenn die Mannschaft und Trainer Gross selber das Spiel beschreiben. Nebst dieser "Innen-sicht" auch noch eine anregende "Aussen-sicht". Ein dichter Artikel wie ich ihn mir auch öfters in der Tagespresse wünschen würde. :lol:
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