Spannungslose FCZ-Fete

Den Grasshoppers fehlt ein guter Stürmer. Und eine Abwehr, die den Namen verdient hat. Die Leistung gegen den aufstrebenden FCZ war eine Offenbarung. Dessen Fans konnten den 2:0-Sieg ohne Gegner nur zur Hälfte geniessen.

Als Innocent Emeghara noch beim GCZ spielte, freute er sich jeweils, wenn der Gegner sich offensiv aufstellte. Dann könne seine Mannschaft mitspielen, komme leichter zu Chancen. Nun spielt Emeghara nicht mehr bei den Grasshoppers. Seine Lücke will Ciriaco Sforza entweder gar nicht schliessen, dann spielt er ohne Stürmer. Oder er setzt auf Orhan Mustafi.

Im Stadtderby vom Sonntagnachmittag kam Mustafi kaum zur Geltung. Der FC Zürich spielte zwar offensiv, liess dem Gegner Räume für Konter. Doch bis auf die Antritte und Vorlagen von Daniel de Ridder blieben alle GC-Feldspieler blass. Die Defensivleistung war gar erschreckend. Dass zur Pause die Null stand, lag am starken Auftritt von Roman Bürki und der Abschlussschwäche des FCZ. „Wir haben 45 Minuten lang geschlafen“, kommentierte Bürki nach dem Spiel.

FCZ wie Thun

Der FCZ entschied die Partie während sechs Minuten nach der Pause durch zwei Tore von Adrian Nikci. Ciriaco Sforza war in der Kabine laut geworden. Die unmittelbare Reaktion der Spieler in der Kabine wie die Reaktion auf dem Rasen zeigten dem Coach, wie wenig seine Mannschaft für die oberste Liga bereit ist.

Die Tore gaben Anlass zu 40 Minuten Selbst-Feiern der Heimfans. Ohne den Kontrahenten in der anderen Kurve, ohne Gegner auf dem Platz verkam das Derby zu einer spannungslosen FCZ-Fete. Die nicht von einem Offensiv-Spektakel angeheizt wurde: Der FC Zürich spielte nach den Treffern defensiv, ohne in Schwierigkeiten zu geraten. Wie der FC Thun im Letzigrund vor einer Woche. Es war die Art von Spiel, die Emeghara hasste. Wenn sich die Grasshoppers durch Beton kombinieren müssen. Sie hatten in Rückstand keine Torchance mehr.

Der harte Ton ist zurück

„Wir zeigten mehr Willen als GC“, nannte Doppeltorschütze Nikci den Unterschied zwischen den Teams nach Spielschluss. Sforza formulierte es noch drastischer. Der Coach hat wieder den harten Ton angeschlagen, den er schon vor der Winterpause pflegte. Wie lange macht er so noch mit?

Hier geht es zu den Fotos vom Spiel.

Anzeige
 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren

LESENSWERT

Seit zehn Jahren kaum zu stoppen

Der FC Basel dominiert die Meisterschaft seit einem Jahrzehnt. kurzpass.ch blickt auf die erfolgreichsten Jahre der Clubgeschichte zurück.

Werbung

LESER EMPFEHLEN

NEUSTE ARTIKEL

  • Von Schaffhausen auf den Gipfel Europas Von Schaffhausen auf den Gipfel Europas
    Roberto Di Matteo führte den FC Chelsea als Interimstrainer in den morgigen Champions-League-Final gegen den FC Bayern. Noch ein Sieg, und der gebürtige Schweizer wäre auf Europas Thron angelangt.
  • Eine Region im Tal der Tränen Eine Region im Tal der Tränen
    Alles hatte so gut angefangen. Am Schluss war für die Luzerner ausser Spesen nichts gewesen. Die Sandoz-Trophäe findet erneut nicht den Weg in die Zentralschweiz. Unser Redaktor begleitete den Luzerner Anhang.
  • Wer holt den begehrten «Kübel»? Wer holt den begehrten «Kübel»?
    Im mit Spannung erwarteten 86. Schweizer Cupfinal duellieren sich mit dem FC Basel und dem FC Luzern die beiden erfolgreichsten Teams der Saison. Trotz klar verteilter Favoritenrolle dürfen sich die Innerschweizer Chancen auf die Trophäe ausrechnen.

FACEBOOK & TWITTER