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Fussballödland Zürich

Warum in der grössten Stadt der Schweiz Fussballspiele niemanden interessieren. Ein Kommentar des Präsidenten der Alternativliga Zürich.

Wenn in Basel Meisterfeiern abgehalten werden, ist die ganze Stadt auf den Beinen. In Bern lechzen die Einwohner nach einem neuerlichen Titelgewinn. In St. Gallen strömen die Leute trotz der sportlichen Misere unentwegt ins Stadion. Aber nirgends schauen im Verhältnis zu den Einwohnerzahlen so wenige Leute Fussball wie in Zürich, der mit Abstand grössten Stadt der Schweiz. Die Gründe dafür sind mannigfaltig.

Gehemmt wird die Fussballeuphorie nicht zuletzt durch die Tatsache, dass Zürich gleich zwei Spitzenvereine stellt, auch wenn der Begriff im Moment nicht passend scheint. Das hemmt Politiker, Meinungsmacher, Medien und Stadtidole, ihre Begeisterung offen zu zeigen, weil man nicht die Fans des Rivalen brüskieren will. Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät muss aus seiner Liebe zu YB keinen Hehl machen, in Basel zeigen sich Regierungspräsident Guy Morin und Roger Federer mit FCB-Schal. In Zürich ist dies undenkbar. Nicht einmal, wenn nur ein Verein die Möglichkeit auf einen Titel hat, äussern sich Aushängeschilder der Stadt mit Anfeuerungen oder Glückwünschen. Als der langjährige Stadtpräsident Elmar Ledergerber 2008 eine leicht despektierliche Aussage zu den geringen Zuschauerzahlen von GC machte, sorgte das schon für einen kleinen Skandal. «Ich kann nicht glauben, dass der Stapi sich als FCZ-Fan outet», liess sich GC-Sprecher Eugen Desiderato zitieren.

Ein weiterer Punkt für die Zurückhaltung liegt in der Demografie Zürichs.
380 000 Einwohner zählt die Stadt, davon sind aber gut ein Drittel Ausländer, die ihr Herz wohl eher an Vereine aus ihrer Heimat vergeben haben. Von den verbleibenden 260 000 ist nur knapp die Hälfte aus dem Kanton Zürich, der Rest ist zugewandert, um am Zürichsee zu arbeiten, zu studieren oder einfach nur zu leben. Den Verein wechseln werden diese Neuankömmlinge indes nicht.

Bleiben noch 130 000 potenzielle Fans, um die sich neben dem FCZ und GC auch die Eishockeyvereine ZSC und Kloten reissen. Berücksichtigt man nun auch noch die zweifelsohne geringe Sportbegeisterung in der Stadt, die sich auch bei Abstimmungen über Stadionneubauten manifestiert, verwundern die leeren Ränge in der «heimlichen Hauptstadt» nicht mehr.

Ein neues Stadion ist längst kein Garant für gut besuchte Spiele. Es muss erreicht werden, dass der Fussball zur Stadt gehört und als wichtig erachtet wird. Er muss ein Thema sein, man muss die Bevölkerung dazu bewegen können, dazugehören zu wollen. Freilich ist es deutlich einfacher, dieses Ziel zu erreichen, wenn die ganze Stadt hinter einem Verein stehen kann. Dies stellt die mediale Präsenz sicher, die Einwohner sind informiert und der Verein ein Thema, sei dies in Zeitungen, Stammtischgesprächen oder Schnitzelbänken.

Dies sollte auch in Zürich möglich sein. Der einzige Weg zu einer Verbesserung der Situation liegt darin, dass die Opinion- Leaders ihre Angst vor dem «Coming-out» ablegen und für einen Verein Farbe bekennen. Dann endlich könnten sie offen ihre Begeisterung vorleben und dem Fussballödland Zürich ein bisschen Leben einhauchen.

Der Autor Martin «Mämä» Sykora ist Präsident der Alternativliga Zürich und Fussballprofessor. Er schreibt regelmässig für das ZWÖLF und bloggt für den Steilpassblog.

Zum Thema: Die düstere Zukunft des Zürcher Fussballs

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Kommentare  

 
#7 2011-02-03 12:34
«heimlichen Hauptstadt» Das ihr Zürcher es immer noch nicht wahrhaben wollt, wo die einzig wahre Hauptstadt der Schweiz liegt. Kein Wunder ist diese Stadt so emotions und begeisterungslo s...
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#6 2011-02-02 13:07
Sehr guter Artikel, der das Problem auf den Punkt bringt: Sobald sich Politiker oder Medien auf die Seite eines Vereins schlagen, haben sie die halbe Bevölkerung gegen sich. So kann keine Euphorie entstehen! Ähnliches zeigen auch die Kommentare unter diesem hier: Anstatt Zusammenhalt herrscht unter den Zürchern verbitterte Feindschaft. Fazit: Zwei ZH-Vereine sind einer zuviel. Nur schade, dass es keine Lösung gibt für dieses Problem. Die Fronten sind schlicht zu verhärtet.
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#5 2011-02-02 10:19
zitiere Karli:
Ob gc oder fcz. Eine Schande für den ch-fussball!! @gc-fans: hört mal auf in der vergangenheit zu leben.... Ihr seit dann wieder diejenigen die dem fcb vorwerfen, erfolg des Geldes wegen zu haben.. Lächerlich.... Wie war's bei euch??...


Das verleugnen wir auch nicht, nur GCZ hat massig Titel gewonnen als Geld noch nicht notwendig war um zu gewinnen, was heute jedoch anders ist.
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#4 2011-02-01 23:02
Ob gc oder fcz. Eine Schande für den ch-fussball!! @gc-fans: hört mal auf in der vergangenheit zu leben.... Ihr seit dann wieder diejenigen die dem fcb vorwerfen, erfolg des Geldes wegen zu haben.. Lächerlich.... Wie war's bei euch??...
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#3 2011-02-01 22:23
Ganz einfach, um das Problem wegen den zwei Stadtclubs zu lösen, sollte man schon lange den RWA (FCZ für Leute welche keine Ahnung haben) auflösen. Wieso diese Schlachthofschw eine das Gefühl haben, ein/der Stadtclub zu sein, versteht wohl ehrlich gesagt niemand. Wer zuerst kommt malt zuerst, dies war eindeutig der GCZ. Sieht man noch auf die Erfolge ist es wohl noch klarer ;). Den zwölften Meistertitel, den der "FCZ" im Mai 2009 gefeiert hat, gewann GC schon 1943. Wie erbärmlich doch die Schweine sind :).
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#2 2011-02-01 21:02
Dem FCZ muss man zugute halten, dass er es geschafft hat, massenweise Secondos hinter sich zu scharen. Etwas Ähnliches sucht man bei GC vergebens.
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#1 2011-02-01 19:55
es git nur äi verein, woni folge wött
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