Djimsiti gegen Brown - das Derby war eine enge Angelegenheit; Bild: kurzpass.ch, Maurizio Reginato
Djimsiti gegen Brown - das Derby war eine enge Angelegenheit; Bild: kurzpass.ch, Maurizio Reginato
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FCZ gewinnt blasses Derby

Der FC Zürich steht im Cup-Halbfinale. Gegen die Grasshoppers genügt dem Stadtclub ein Treffer von Rodriguez in der Verlängerung zum Sieg. Die Gäste waren in der Folge nicht in der Lage, das Tempo zu verschärfen und nachhaltig den Ausgleich anzustreben.

Der FCZ erwischte den besseren Start in die Partie. Mit Etoundi und Djimsiti verzeichneten die Gastgeber vorzügliche Gelegenheiten, in Führung zu gehen und das Cupspiel erst richtig zu lancieren. Der Kameruner setzte den Ball jedoch neben das Tor und Djimsiti köpfte den GC-Schlussmann aus kurzer Distanz an, so dass die Hoppers um einen frühen Gegentreffer herum kamen.

One-Man-Show Etoundi

Trotz drückender Überlegenheit in punkto Cornerverhältnis gelang es den Zürchern nicht, weitere klare Torchancen zu kreieren. Zu berechenbar war das Spiel der Mannschaft von Urs Meier, die gegenwärtig vorwiegend mit langen Bällen auf Etoundi agiert. Die physisch starke Sturmspitze weiss zwar die Bälle immer wieder gut zu behaupten, reibt sich aber wiederholt vergebens an den gegnerischen Abwehrreihen auf. Zu selten findet sich nämlich im Zentrum eine Anspielstation, die für Torgefahr sorgen könnte. Sturmpartner Chikhaoui dient nicht als Unterstützung, weil er sich jeweils weit zurückfallen lässt. Die langen Zuspiele auf Etoundi haben zur Folge, dass der tunesische Filigrantechniker im entsprechenden Angriff jeweils aussen vor gelassen wird.

Dennoch nahm Tami bereits zur Pause einen Wechsel vor. Die Einwechslung Browns bewirkte, dass die Grasshoppers in der zweiten Halbzeit gefestigter auftraten. Zwar gelang es ihnen nicht, eine weitere Topchance wie diejenige Dabburs nach 21 Minuten zu verzeichnen, als der Israeli an Da Costa scheiterte, doch das Spiel der Gäste war nun geordneter und kompakter, so dass der FC Zürich abgesehen von einem Distanzschuss Schönbächlers an den Aussenpfosten keine Torchance mehr verzeichnete.

Ein Tor mit Seltenheitswert

Und so ging das Spiel schliesslich in die Verlängerung, in der nach 96 Minuten die Entscheidung fiel. Gülen unterlief einen langen Ball Djimistis und für einmal fand Etoundi einen Abnehmer für sein Zuspiel. Endlich war mit Rodriguez eine Offensivkraft in die Spitze vorgedrungen und beendete eine Durststrecke von sieben Stunden, während welcher der FCZ ohne aus dem Spiel heraus erzieltes Heimspiel-Tor blieb.

Entsprechend gross war denn auch die Freude bei den Gastgebern. Torschütze Rodriguez sprach überglücklich vom bis anhin wichtigsten Tor seiner Karriere. Doch auch für einen anderen FCZ-Akteur war dies ein spezieller Abend: Mario Gavranovic gab nach dem während der WM zugezogenen Kreuzbandriss sein Comeback. Jetzt da er wisse, das jederzeit eine Verletzung möglich sei, geniesse er jedes einzelne Training, gab der Nationalstürmer zu Protokoll.

GC vor Wochen der Wahrheit

Ganz anders sah die Gemütslage der Grasshoppers aus: «Das war der letzte Strohhalm, an den wir uns klammern wollten», meinte ein enttäuschter Jordan Brown nach dem Spiel. GC wird sich nun gänzlich auf die Meisterschaft konzentrieren können. «Wir sind uns schon im Klaren, wo wir stehen. Schönspielen geht da nicht», versprach der in der Winterpause transferierte Deutsch-Jamaikaner.

Auch Trainer Pierluigi Tami setzte den Fokus an der Pressekonferenz auf das kommende Spiel gegen Luzern. Nach dem happigen Rückrundenstart mit den Gegnern Basel, YB und zweimal FCZ stehen für GC nun die Wochen der Wahrheit an. Der FC Zürich hingegen tanzt weiterhin auf zwei Hochzeiten. Während er am Wochenende gegen Vaduz antritt, wartet im Cuphalbfinal der FC Sion auf das Team von Urs Meier. Angesichts der Tatsache, dass sich die Mannschaft gegenwärtig sehr schwer tut, Chancen zu kreieren, werden sowohl der Gang ins Ländle als auch das Spiel gegen DIE Cupmannschaft schlechthin keine leichten Unterfangen werden.

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