Das Bild täuscht, eigentlich liess der FC Thun den FCZ auflaufen - Bild: fcz.ch
Das Bild täuscht, eigentlich liess der FC Thun den FCZ auflaufen - Bild: fcz.ch
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Überzeugender Sieg des FC Thun über den FC Zürich

Die Heimpremiere 2015 misslingt dem FCZ vollkommen. Gegen gut organisierte Thuner finden die Zürcher nie ins Spiel, so dass die Mannschaft von Urs Fischer völlig verdient mit drei Punkten im Gepäck zurück ins Berner Oberland reist.

Das Spiel: Die Gäste waren von Beginn weg die aktivere Mannschaft. Den Zürchern gelang es kaum, sich zu entfalten. Das Heimteam agierte denn praktisch ausschliesslich mit langen Bällen auf Etoundi, der es zwar nicht an Engagement, jedoch an Durchschlagskraft vermissen liess. Gefährlich wurden die Zürcher einzig durch einen sehenswerten Distanzschuss Chiumientos an die Torumrandung. Entschieden wurde das Spiel schliesslich durch den kurz zuvor eingewechselten Gonzalez, der den Ball nach 79 Minuten an Da Costa vorbei in die Maschen hämmerte.

Man of the Match: Es ist schwierig, aus dem kompakten Thuner Kollektiv einen einzelnen Spieler heraus zu pflücken. Wird man dennoch vor diese Aufgabe gestellt, fällt die Wahl auf Berat Sadik. Der grossgewachsene Stürmer vermochte immer wieder, die Bälle geschickt aus der Luft zu pflücken und auf seine Mitspieler prallen zu lassen. Sadik war das entscheidende Puzzlestück der Thuner Offensivbemühungen, was sich nicht zuletzt in der Entstehung des Siegestreffers zeigte, als Sadik auf Gonzalez auflegte.

Das Highlight: Von einer an Höhepunkten armen Partie dürfte einzig die 36. Minute in Erinnerung bleiben. Eine Hereingabe fand in Siegfried am langen Pfosten einen Abnehmer. Der Abschluss des Thuners prallte an den Innenpfosten und fand den Weg zu Karlen. Doch dieser brachte das Kunststück fertig, anstelle des verlassenen Gehäuses nur den Aussenpfosten zu treffen.

Die Entscheidung: Der FC Zürich konnte nach dem Führungstreffer der Thuner in keinster Weise den Druck auf das gegnerische Tor zu erhöhen. Den Thunern gelang es über 90 Minuten, das Zürcher Kombinationsspiel vollkommen zu unterbinden. Die Zürcher waren gezwungen vollends mit langen Bällen zu agieren. Die einzige reelle Torchance, welche sich der FCZ so erspielte, vergab Etoundi nach 86 Minuten, als er an Faivre scheiterte.

Stimmen zum Spiel: Andres Gerber: «Beim ersten Eckball des FCZ hatte ich etwas Angst.» Nach acht erfolglosen Eckbällen der Berner Oberländer verzeichnete schliesslich auch das Heimteam den ersten Corner. Da überkam den Thuner Sportchef anscheinend ein ungutes Gefühl, allerdings zu unrecht. Der FC Zürich war mit seinem Eckball ähnlich ungefährlich wie mit seinem nicht vorhandenen Kombinationsspiel.

Fazit: Mit dem Sieg der Thuner entwickelt sich ein Dreikampf um den zweiten Champions League Platz. Thun, der FCZ und YB befinden sich nun innerhalb von vier Punkten hinter den bereits enteilten Baslern. Mit weiteren derart kompakten Auftritten, wie ihn die Thuner heute gezeigt haben, sind die Berner Oberländer ein ernsthafter Kandidat für den zweiten Tabellenplatz.

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